Neues Kontomodell bei N26
Die Berliner Neobank führt das neue Kontomodell "N26 Smart" für Privat- und Geschäftskunden ein. Damit leitet sie eine Neustrukturierung ihres Angebots ein.
(Bild: JulianJD/Shutterstock)
Die Digitalbank N26 strukturiert in den kommenden Monaten ihre Kontenmodelle um. Dazu führt das Haus ab sofort die neuen Premium-Girokontotypen „N26 Smart“ für Privat- und „N26 Business Smart“ für Geschäftskunden ein. Für eine Kontoführungsgebühr von jeweils 4,90 Euro im Monat beinhaltet das Angebot eine Reihe von Zusatzfunktionen.
Vom Leistungsumfang und Preis schiebt sich „N26 Smart“ vorerst zwischen das kostenlose Standard-Konto und das monatlich 9,90 Euro teure Modell „N26 You“. Zusätzlich zum Standard-Konto mit Debit-Mastercard bietet „N26 Smart“ laut Pressemitteilung sowie Blogbeitrag unter anderem einen telefonischen Kundenservice sowie das Unterkontensystem „Spaces“ mit der Erweiterung „Shared Spaces“. Letztere können mehrere N26-Kunden gemeinsam verwalten. Außerdem erlaubt das Kontomodell bis zu fünf kostenlose Bargeld-Abhebungen an Geldautomaten; über das sogenannte „Cash24“-Netzwerk bei Einzelhändlern können sich Kunden weiterhin unbegrenzt Bargeld auszahlen lassen. Für Einzahlungen berechnet N26 ein Entgelt von 1,5 Prozent des Betrages.
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Zu den Zusatzfunktionen zählt außerdem eine sogenannte Aufrundungsregel, mit der Zahlungen über die inkludierte Debit-Mastercard auf den nächsten Euro aufgerundet werden. Die Differenz fließt in einen vorher definierten Space des Nutzers. Überdies soll es Push-Nachrichten in Echtzeit und ein neues Statistik-Feature geben; das Business-Konto bietet außerdem ein Cashback-Programm über 0,1 Prozent des Kartenumsatzes. Dafür enthält „N26 Smart“ unter anderem nicht die Versicherungsleistungen der beiden anderen Premium-Modelle.
Langfristige Strategie
Mit der neuen Kontenstruktur verfolgt N26 nach eigenen Angaben das Ziel, den Anteil der zahlenden Premiumkunden langfristig zu erhöhen. Dazu will die Bank auch ihre bestehenden Kontenmodelle neu strukturieren: So soll aus „N26 You“ „N26 International“ werden. Der Fokus liegt auf Auslandsreisenden, aber auch Kunden, die häufiger Auslandsüberweisungen tätigen und im Ausland online einkaufen. „N26 Metal“ will die Bank durch „N26 Unlimited“ ersetzen; den Funktionsumfang beschreibt sie bislang unspezifisch „mit noch mehr exklusiven Vorteilen und Angeboten“.
Beim Standard-Konto hingegen ist eine Reduktion angekündigt; laut N26 bekommen Neukunden zukünftig nur noch eine digitale Debit-Mastercard. Nutzer wären damit beim Bezahlen am Kassenterminal auf ein Smartphone und die Dienste Google Pay oder Apple Pay angewiesen. Details will die Bank Anfang 2021 verkünden.
Experten sehen in der neuen Strategie unter anderem das Bestreben der Bank, die kostenpflichtigen Kontomodelle attraktiver zu machen. Christian Kirchner vom Fachblog finanz-szene.de etwa vermutet, dass die Bank mit ihrem Angebot auf Kunden "klassischer" Direktbanken zielt und zugleich mehr Ertrag pro Kunde erwirtschaften möchte – was auch nahelege, dass das kostenlose Standard-Konto keine Aufwertung mehr erfährt. Im Oktober hatte N26 bereits Strafzinsen für Guthaben über 50.000 eingeführt, wovon lediglich das "Metal"-Kontomodell ausgenommen ist.
(mon)