Illegale Frauenpower

Die Aussicht auf 40.000 US-Dollar soll Frauen zu einem Pyramidenspiel verleiten. Auch deutschen Internet-Teilnehmerinnen wird per E-Mail die reine "Freude am Empfangen" versprochen.

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Unter dem Motto Women empowering Women verbreitet sich ein finanziell riskantes Pyramidenspiel für Frauen per E-Mail. Der Zutritt steht jedoch nicht jeder Frau offen; eine Teilnehmerin muss dazu einladen. 5000 US-Dollar kostet einen Platz in Ebene 1 ("Vorspeise/Die Gebende Position" genannt). 40.000 US-Dollar sollen die Frauen dann in Ebene 4 ("Dessert/Empfangende Position") erhalten. Jede Teilnehmerin muss eine eidesstattliche Erklärung abgeben, dass das von ihr gezahlte Geld ein Geschenk ist und ihr keine Gegenleistung versprochen wurde. Hat die "Frau in der Mitte" alle Geschenke eingesammelt, teilt sich der Kreis, alle Teilnehmerinnen rücken eine Ebene höher und die Suche nach neuen Frauen für die "Gebende Position" beginnt.

Neben dem finanziellen Aspekt wird auch mit einer Art Bewusstseinserweiterung für das Spiel geworben. So heißt es in den Mails: "Geben, Unterstützen und Nähren sind Qualitäten, die durch das Göttliche Weibliche ausgedrückt werden und Teil unserer wahren Natur sind, aber wo ist das Empfangen? Viele Frauen im Kreis realisierten eine reine Freude am Empfangen und erschufen so eine neue Balance in ihrem Leben."

Der Bundesgerichtshof hat 1997 geurteilt, dass Pyramidensysteme, bei denen sich einige Wenige auf kosten Vieler bereichern, strafbar sind. E-Mail dient nach Angaben der Polizeidirektion Hannover erst seit etwa zwei Jahren als Verbreitungsmedium für Pyramidenspiele. Die Staatsanwaltschaft Hannover prüft derzeit, ob Women empowering Women gegen § 6c des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb verstößt. In den USA warnen Behörden bereits seit einiger Zeit vor dem Spiel. (Lutz Labs) / (ad)