Schnelles Internet für die Schule

Was kann ich als Systemadmin einer Schule tun, wenn die Bandbreite des Anschlusses nicht reicht, um alle Anfragen von Schülern und Lehrern zu verarbeiten?

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Ich bin Lehrer und Mitglied des Admin-Teams unserer Schule. Wir haben das Problem, dass im Fernunterricht unser Schulserver nicht mehr erreichbar ist, wenn gleichzeitig circa 1000 Schüler und Lehrer auf den Server zugreifen wollen. Dies liegt nach unseren Analysen nicht an unserem Server, sondern an der schlechten Internetverbindung, die nur etwa 10 MBit/s im Upstream leistet. Da sich die Telekom mit dem Breitbandausbau voraussichtlich bis zum Herbst nächsten Jahres Zeit lässt (wenn er denn überhaupt jemals kommt), brauchen wir eine stabile und schnelle Übergangslösung. Ich dachte da an einen dem Server vorgeschalteten LTE-Router mit SIM-Karte, da ja LTE immerhin 50 MBit/s Upstream schafft. Wie finde ich passende Angebote?

Wir würden nicht LTE statt DSL nehmen, sondern zusätzlich zu DSL. Mit einem speziellen Multi-WAN-Router kann man dann sowohl die ein- als auch die ausgehende Last transparent auf beide Leitungen verteilen beziehungsweise die Leitungen bündeln.

Passende Tarife heißen beispielsweise bei der Telekom "Hybrid LTE". Die Leitungsbündelung ist herstellerspezifisch. Daher ist man zum Beispiel beim Hybrid-Angebot der Telekom auf passende Speedport-Router des Konzerns angewiesen. Dieses Produkt haben wir bereits 2016 getestet. Die Erde hat sich seitdem zwar weitergedreht, aber das grundsätzliche Konzept, das wir in diesem Beitrag beschreiben, ist unverändert.

Hybrid-Router wie die Speedport-Geräte der Telekom bündeln eine LTE- und eine DSL-Verbindung für einen schnellen, ausfallsicheren Internetzugang.

Bevor Sie sich für ein Produkt entscheiden, sollten Sie unbedingt die LTE-Abdeckung am voraussichtlichen Aufstellungsort des Hybrid-Routers prüfen. Dazu können Sie ein beliebiges Smartphone mit Telekom-Karte nehmen und gängige Speedtest-Seiten ansteuern.

Alternativ können Loadbalancer mehrere Internetzugänge nutzen. Weil sie Leitungen nicht bündeln, braucht man spezielle DNS-Einstellungen, um eingehende IP-Sessions auf die Leitungen zu verteilen. Das einzurichten überlassen Sie am besten einem IT-Dienstleister.

Schließlich noch der Hinweis, dass die Telekom schnelle Anbindungen gelegentlich auch als Punkt-zu-Punkt-Richtfunkinstallation realisiert, wenn der Festnetzausbau auf sich warten lässt. Als Schulvertreter sollten Sie ein gutes Argument für ein erschwingliches Angebot haben. Möglicherweise gibt es in Ihrer Region auch alternative Anbieter. Eine Internetsuche nach "Richtfunk" und dem Namen der Stadt, in der sich Ihre Schule befindet, fördert sie zutage.

(dz)