Wirtschaftsministerium: Wer bietet (online) weniger?
Mit inversen Auktionen im Internet will der Bundeswirtschaftsminister Geld bei öffentlichen Ausschreibungen sparen.
Mit inversen Auktionen im Internet will der Bundeswirtschaftsminister Geld bei öffentlichen Ausschreibungen sparen: Den Zuschlag bei diesen Versteigerungen erhält der Bieter mit dem niedrigsten Angebot. "Die Bundesregierung ist entschlossen, dieses neue Marktinstrument zu erproben. Die erhöhte Markttransparenz macht es insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen leichter, am Wettbewerb um öffentliche Aufträge teilzunehmen", sagte Bundeswirtschaftsminister Werner Müller.
Die Ergebnisse einer Studie der KPMG Consulting zeigten, dass der Staat mit inversen Auktionen durchaus Ausgaben senken könne. So seien beispielsweise Einsparungen von fast 8 Prozent bei der Beschaffung von Streusalz und gut 22 Prozent beim Einkauf von Computern erzielt worden. Die Art der nachgefragten Waren konzentriere sich im Wesentlichen auf leicht zu spezifizierende Standardgüter, die etwa 10 bis 15 Prozent des gesamten Beschaffungsvolumens der Öffentlichen Hand ausmachten und deren wesentliches Bewertungskriterium der Preis sei.
Im Mittelpunkt der Studie stand die Übertragbarkeit der in der Wirtschaft bereits erfolgreich angewendeten Methode in den öffentlichen Bereich. Als schwierigste Hürde wurde der Vertraulichkeitsgrundsatz bei der Vergabe öffentlicher Aufträge herausgearbeitet. Durch die notwendige Offenlegung der Preise bei inversen Auktionen sei die erforderliche Vertraulichkeit nicht mehr gewährleistet. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) untersucht zurzeit, ob Änderungen im deutschen Vergaberecht nötig sind. Zu diesem Zweck will das BMWi in Kürze ausgewählte Behörden ermächtigen, probeweise inverse Auktionen durchzuführen. (jes)