Flatrate soll Internet per Stromnetz mehr Schwung verleihen
Nur zögerlich wird bisher das Powerline-Angebot des Essener Energiekonzerns RWE angenommen - jetzt soll das Geschäft mit einer Flatrate angekurbelt werden.
Nur zögerlich wird bisher das Powerline-Angebot des Essener Energiekonzerns RWE angenommen: Sieben Wochen nach dem Startschuss für das bundesweit erste kommerzielle Internet aus der Steckdose surfen in den Ruhrgebietsstädten Essen und Mühlheim gerade einmal 109 Kunden über das RWE-Stromkabel im Cyberspace – viel zu wenig, verglichen mit der Zielvorgabe von 20.000 Kunden, die der Stromversorger ursprünglich bis Ende des Jahres gewinnen wollte. Zwar liegen dem Unternehmen nach eigenen Angaben insgesamt mehr als 43.000 Powerline-Anträge aus dem ganzen Bundesgebiet vor, bisher haben aber lediglich rund 560 Kunden auch einen Vertrag unterschrieben.
Michael Laskowski, Geschäftsführer der RWE Powerline GmbH, räumte unterdessen ein, dass auch hausgemachte Schwierigkeiten mit zur mangelhaften Powerline-Akzeptanz beigetragen haben. So hätten etwa die Modem-Anschaffungskosten von bis zu 350 Mark viele potenzielle Kunden vom Abschluss eines Powerline-Vertrages abgehalten. Künftig soll diese Einmalzahlung in den Tarif einberechnet werden. Dass bisher nur ein Fünftel der Vertragskunden auch wirklich in den Genuss des Surfens über das Stromkabel kommt, liegt laut Laskowski an der schleppenden Backbone-Anbindung: Die Deutsche Telekom müsse zunächst die notwendigen Cluster aktivieren, mit denen ganze Powerline-Regionen mit einem Hauptverteiler der Telekom verbunden sind, dann könnten auch mehr Kunden über die Steckdose ins Internet gelangen.
Um ihrem Powerline-Angebot neuen Schwung zu verleihen, hat RWE jetzt zusätzlich eine echte Flatrate in das Tarifmodell aufgenommen: Wer in Essen oder Mühlheim wohnt und bis zum 30. September einen Vertrag mit RWE Powerline abschließt, kann mit dem Tarif PowerNet flat für 99 Mark im Monat ein Jahr lang unbegrenzt Daten transferieren. Das benötigte Modem kostet einmalig 249 Mark. Angedacht wird bei RWE derzeit auch ein Pauschalangebot, das Stromverbrauch und Internetzugang kombiniert. Unternehmenssprecherin Sabine Bertich wollte gegenüber heise online dazu allerdings keine Einzelheiten nennen, sagte aber, dass man im Herbst mit einem konkreten Angebot an den Markt gehen werde. (pmz)