Bunte Scheibenwelt
Spätestens mit iSCSI suggerieren Storage-Netze die beliebige Verfügbarkeit von Speicherkapazität - ohne viel Aufwand. Doch wer iSCSI einsetzen will, sieht sich schnell mit neuen Protokollen, Begriffen und neuer Hardware konfrontiert, besonders, wenn er iSCSI- und Fibre-Channel-Systeme kombiniert.
Die Anbindung von Storage-Systemen an Server mit beliebigem Betriebssystem und Hardware erfordert heute keine ZauberkĂĽnste mehr. Spannender wird es bei den Schnittstellen und Ăśbertragungsprotokollen: SCSI, Fibre Channel und Ethernet sind fĂĽr sich genommen alle nicht neu. Doch sie zu einem Netz zu verknĂĽpfen, erfordert nicht nur Know-how und Arbeit, sondern auch den Einsatz neuer Hardware.
iX hat ein Multiprotokoll-SAN im eigenen Labor eingerichtet. iSCSI-fähige Server und Disksysteme waren dort ebenso vorhanden wie solche mit Fibre-Channel-Ports. Verbunden über Multiprotokoll-Switches sollte sich zeigen, wer mit wem auf welchem Wege kommuniziert.
Vom iSCSI-Hype der letzten Jahre ist zumindest eine Erkenntnis übrig geblieben: iSCSI kann kein Ersatz für Fibre Channel sein, sondern lediglich eine Ergänzung dazu [1]. Will man iSCSI in einer kleineren Umgebung ohne Fibre Channel einsetzen, sieht die Sache noch relativ einfach aus: Man statte die Server, die man per iSCSI mit Plattenspeicher versorgen will, mit einem iSCSI-HBA oder für das Betriebssystem verfügbaren Software-iSCSI-Treiber (Windows 2000f., Linux, Solaris, AIX, HP-UX, Netware) aus und verbinde ihn - möglichst über ein gesondertes Netz-Interface - mit einem oder mehreren iSCSI-fähigen Storage-Systemen.
Lediglich drei Klippen sind dabei zu umschiffen: Server und Speichersysteme benötigen iSCSI-eigene Namen, der Server benötigt die Berechtigung, auf die virtuellen Platten zuzugreifen, und dann muss er sie auch tatsächlich finden.
Wie bei SCSI nennt man die iSCSI-Devices je nach Rolle Initiator oder Target. Ähnlich wie der SCSI-Host initiiert ersterer die Session, steuert die Kommunikation und ist damit unabdingbar für einen Server, der per iSCSI auf Speichersysteme zugreifen will. Die wiederum benötigen ein Target, um ihre Volumes zur Verfügung zu stellen. Beide können als Dienst im Betriebssystem - wie die iSCSI-Initiatoren von Cisco und Microsoft oder die iSCSI-Subsysteme in einigen Disksystemen oder Switches - oder im Flash-ROM eines Controllers respektive iSCSI-HBAs wie denen von Adaptec und QLogic implementiert sein. Darüber hinaus gibt es etwa von Alacritec, Emulex, Intel und LSI Logic so genannte iSCSI-Offload-Engines, die der Host-CPU die Arbeit der Protokollkapselung abnehmen, aber keinen eigenen Initiator besitzen und daher einen installierten Software-Initiator voraussetzen.
Für Initiatoren und Targets schreibt das iSCSI-Protokoll eindeutige Namen, iSCSI Node Names (INN) vor: Ist ein Hersteller bei der IEEE registriert und benutzt deren EUI-64-Namen (Extended Unique Identifier), wird diesen ein „eui.“ vorangestellt. Häufiger und beim Software-iSCSI ausschließlich vertreten ist der „iSCSI Qualified Name“ (IQN).
Um einen solchen selbst vergeben zu können, muss man einen gültigen Internet-Domänen-Namen besitzen, der für den IQN herangezogen wird: Dem Namens-Typ „iqn.“ folgt Jahr und Monat der Domänen-Registrierung, der reversive Domänen-Name und ein eindeutiger, frei vergebbarer String für die iSCSI-Node, etwa ein Host Identifier, eine Seriennummer oder ein Software-Key, also beispielsweise iqn.1991-06.de.ix:ixtest12.
Den vollständigen Text mit einer Übersichtstabelle zu Multiprotokoll-Switches finden Sie in der aktuellen Printausgabe -- außerdem einen Praxistipp zum Booten von iSCSI-Platten. (sun)