"Breathedge" angespielt: Lost in Space

RedRuins Softworks schickt in "Breathedge" die Spieler auf einen schwarzhumorigen Ăśberlebenstrip ins All. Spielerisch ist das Survival-Abenteuer aber bieder.

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(Bild: RedRuins Softworks)

Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Andreas MĂĽller
Inhaltsverzeichnis

Survival-Abenteuer, wo man auch hinblickt – kaum ein Genre ist momentan so erfolgreich wie die nicht enden wollende Suche nach Rohstoffen und Ausrüstung. Millionenhits wie "Valheim", "Rust" und "Subnautica" bekommen mit dem Weltraumabenteuer "Breathedge" nun einen hartnäckigen Konkurrenten, der klassische Genre-Elemente mit einer respektlosen Portion Humor kombiniert.

Raumschiff kaputt, Toilette futsch und irgendwo segelt der Opa im Sarg durchs All – für unseren Helden lief es schon mal besser. Nach einer Weltraumkatastrophe ist er allein im All gestrandet und hat es gerade mal so in die scheinbar letzte funktionierende Raumkapsel geschafft. Als er aber endlich sein Funkgerät aktiviert, erhält er einen Hilferuf und macht sich auf die beschwerliche Suche nach weiteren Überlebenden.

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"Breathedge" ist ein klassisches Survivalabenteuer im Weltall: Rohstoffe sammeln, Baupläne studieren und dafür sorgen, dass dem einsamen Astronauten nicht Luft und Nahrung ausgehen. Also schnappt man sich den Scanner und eine Art Brecheisen, um sich durch Raumschiffüberreste zu wühlen. Anstatt einfach ins Blaue hinein zu werkeln, bekommt unser Held aber immer eine Aufgaben. Anfangs geht es nur um das Reparieren einer Antenne, später muss er Luftschleusen basteln oder sich an Sicherheitsrobotern vorbei in eine Station schleichen.

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"Breathedge" sieht für ein kleines Indiespiel toll aus: Wenn der Astronaut durch den Weltraum gleitet, glitzern im Hintergrund die Sterne, manchmal sorgen Explosionen für eine spektakuläre Abwechslung von der Standard-Spielkost. Was dieses Spiel aber besonders auszeichnet, ist der Humor. Das beginnt schon mit den Anfangscredits, wenn über die Geltungssucht der Branche gelästert wird, oder wenn sich eine spektakuläre Flucht zu einer Slapstick-Szene wandelt. Herrlich absurd wird es, wenn unser Held einen "von den Entwicklern auferlegten Mist" bastelt oder er mit einem simplen Paketabroller eine ganze Raumstation mit Inneneinrichtung errichtet.

"Breathedge" angespielt (5 Bilder)

Hübsch, derb und manchmal etwas zäh: "Breathedge" ist klassische Genrekost für Fans, die gerne ein neues Szenario ausprobieren wollen. (Bild: heise online)

Oft ist das makaber und nicht zwingend geschmackssicher. Überall finden sich im Weltraum taumelnde Leichen, die mit dem Kopf in Asteroiden stecken oder beim Sado-Maso-Sex von Stehlampen aufgespießt wurden. Wer etwas länger sucht, findet auch ein paar Popkulturzitate in Gestalt einer Chuck-Norris-Werbung oder Seitenhiebe auf Impfgegner. Nach ein paar Stunden lässt die Wirkung dieses Humors aber nach. Ein weiterer flapsiger Spruch des Computers löst mit fortlaufender Spielzeit nur noch Gähnen aus. Dann merkt vielleicht auch der letzte Spieler, dass "Breathedge" trotz des schönen Szenarios und ein paar gelungenen Witzen ein Survivalabenteuer ist, das man so oder ähnlich schon zahlreiche Mal erlebt hat.

"Breathedge" von RedRuins Softworks ist ein klassisches Survival-Abenteuer, das sich durch seinen derben Humor von der großen Konkurrenz abhebt. Überall gibt es Seitenhiebe auf Genreklischees, die nicht immer zünden, aber zumindest anfangs ein Lächeln auf das Gesicht der Spieler zaubern. Spielerisch bieten die kleinen Aufgaben etwas Abwechslung, aber sie können das stockkonservative Spielkonzept nicht übertünchen.

Lässt man nämlich den Humor und die überzeugende technische Umsetzung außer Acht, erwartet die Spieler ein Survival-Abenteuer der ganz alten Schule– für Spieler, die abseits von Wikingern oder Zombies nach einem frischen Szenario und einer Prise Humor im todernsten Genre suchen

"Breathedge" ist als Download für Windows erschienen. Es kostet ca. 25 €. USK nicht geprüft.

(dahe)