eBook-Hacker Sklyarov bezichtigt russische Politiker der Korruption
Der russische Entwickler Dmitry Sklyarov hat sich in einem Interview mit der Moscow Times kritisch über den Kampf gegen Raubkopien in seinem Heimatland geäußert.
Der russische Entwickler Dmitry Sklyarov hat sich in einem Interview mit der Moscow Times (MT) kritisch über den Kampf gegen Raubkopien in seinem Heimatland geäußert. Viele russische Politiker, die etwas gegen raubkopierte Software unternehmen könnten, seien selbst in dunkle Machenschaften verwickelt. "Piraterie wird weiterhin von der Regierung profitieren, solange diese Gelder von den Raubkopierern bezieht", sagt Sklyarov. Vom Verkauf legaler Software hänge die Existenz der Entwickler ab. Ohne diese Einkünfte könnten sie nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten.
Sklyarov wurde im Juni 2001 in den USA nach einem Vortrag über den Advanced eBook Processor vom FBI festgenommen. Mit diesem Programm lässt sich der Kopierschutz des Acrobat eBook Reader aushebeln. Sklyarow wurde freigelassen, verpflichtete sich aber, im Prozess gegen seinen Arbeitgeber ElcomSoft als Zeuge auszusagen.
In dem Interview kritisiert der 27-Jährige die Arbeitsmarktpolitik der Regierung im IT-Bereich. Es gebe zu wenige Manager, die den jungen Firmen bei ihrer Entwicklung zur Seite stehen. Diese wanderten ins Ausland ab. Daher müsse die Regierung bessere Rahmenbedingungen für IT-Fachkräfte sorgen. Unabdingbar dafür seien höhere Löhne, mahnt Sklyarov.
Über seine Erfahrungen in den amerikanischen Gefängnissen berichtet der Russe nur positiv. Das Essen und die Haftbedingungen seien immer gut gewesen. Selbst Rasierklingen habe man dort verteilt. In die USA will er jedoch nicht wieder zurückkehren. "Die amerikanische Gesellschaft ist langweilig. Was am nächsten Tag geschehen wird, ist immer vorhersehbar", meint Sklyarov. (daa)