Halbzeitbilanz der Telekom - Trendwende für die T-Aktie
Nach dem drastischen Kursverfall in den vergangenen zwei Wochen steht die T-Aktie vor einer Trendwende.
Nach dem drastischen Kursverfall in den vergangenen zwei Wochen steht die T-Aktie möglicherweise vor einer Trendwende. Rechtzeitig zur Vorlage der Halbjahreszahlen, die Vorstandschef Ron Sommer an diesem Dienstag in Berlin erläutert, zeigt sich die Deutsche Telekom AG in einem freundlicheren Licht: So gehörte die Aktie des Unternehmens am Montag erneut zu den Gewinnern im Dax. Das Papier legte bis zum Nachmittag um über 2 Prozent auf 18,45 Euro zu.
Börsianer erklärten den Anstieg unter anderem mit den Angaben der Telekom vom Wochenende, dass sich die finnische Sonera in den vergangenen zwei Monaten von einem größeren Aktienpaket getrennt habe. Damit würden weniger Aktien auf den Markt kommen als erwartet. Ein anderer Händler meinte, dass der Verkauf von Sonera keine Rolle gespielt habe.
Am vergangenen Freitag war der Niedergang der T-Aktie zunächst gestoppt worden. Zum neuerlichen Kursverfall hatte vor allem die Deutsche Bank beigetragen: Nachdem Analysten des Instituts eine Kaufempfehlung für die T-Aktie ausgesprochen hatten, platzierte sie für den Großaktionär Hutchison Whampoa nur einen Tag später ein Aktienpaket von 44 Millionen Stück und schickte den Aktienkurs auf Talfahrt: Die T-Aktie verlor zeitweise bis zu 30 Prozent und rutschte auf rund 16 Euro ab.
Hutchison Whampoa und Sonera sind zwei frühere Großaktionäre von VoiceStream, der neuen US-Mobilfunktochter der Telekom. Bezahlt hatte die Telekom den im Mai abgeschlossen Zukauf vor allem durch die Ausgabe von neuen Aktien (1,1 Milliarden Stück). Für rund die Hälfte der Papiere wurde eine gestaffelte Haltefrist vereinbart. Zwischen September und Dezember laufen dieses Fristen aus, womit rechnerisch 550 Millionen T-Aktien auf den Markt kommen könnten. Immer wieder hatten Aktionärsschützer auf die Gefahr hingewiesen, dass hierdurch die T-Aktie weiter belastet würde.
Der Vorstand der Telekom betonte stets, dass die Platzierung von größeren Paketen "marktschonend" erfolgen werde. Dies wurde jedoch mit dem Verkauf der T-Aktien durch die Deutsche Bank – auch zum Ärger der Telekom – unterlaufen. Das erhöhte die Nervosität im Markt und nährte Gerüchte, wonach auch andere Großaktionäre wie Sonera sich von ihren Aktien trennen wollten. Dabei hatten die Finnen zuvor schon ihre Verkaufsabsichten betont.
Am Wochenende teilte die Telekom schließlich mit, dass sie Sonera von der Haltfrist entbunden habe. So verkauften die Finnen zwischen Anfang Juli und Ende August knapp 22 Millionen T-Aktien zu einem Durchschnittskurs von 25,75 Euro. Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick erklärte, die Verkäufe belegten gegenüber allen Aktionären der Deutschen Telekom, dass der Kapitalmarkt T-Aktien ohne negativen Einfluss auf den Aktienpreis aufzunehmen vermag.
Keine großen Neuigkeiten erwarten Experten indes von den Geschäftszahlen für die ersten sechs Monate 2002. Die Telekom hatte die Eckdaten bereits Ende Juli bekannt gegeben. Danach erwirtschaftete das Unternehmen einen Konzernverlust von 0,4 Milliarden Euro, wobei sich die Ergebnisse im Mobilfunk verbesserten. In den Verlusten sind sowohl UMTS-Kosten wie auch Abschreibungen auf Firmenwerte enthalten. Der Umsatz der Telekom erhöhte sich um 17 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro. (dpa) / ()