IFA

DVD: Filmwirtschaft hat "aus Napster-Erfahrung gelernt"

Der Boom bei der DVD ĂĽbertrifft sogar die Erwartungen des Bundesverbandes Video.

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Auf der Pressekonferenz anlässlich der IFA 2001 zog der Bundesverband Video (BVV) eine überaus positive Bilanz. Demnach stammten im zweiten Quartal 2001 bereits die Hälfte der Umsätze am Kaufvideomarkt aus DVD-Verkäufen. Mittlerweile geht man davon aus, dass die DVD-Verkaufsumsätze in der zweiten Jahreshälfte die Umsätze aus dem Verkauf herkömmlicher Videokassetten erstmalig übertreffen werden.

Auch den Verleiher beschert die DVD einen lange nicht mehr erlebten Boom. Andererseits kaufen die deutschen Konsumenten überwiegend Titel, die ihnen – durch das Kino oder den Verleih – bereits bekannt sind. Mittlerweile sei die DVD 99 Prozent aller aktiven VHS-Nutzer ein Begriff, 35 Prozent davon wollen sich nach Umfragen in den nächsten drei Monaten einen entsprechenden Player kaufen. In schätzungsweise 7,6 Prozent der deutschen Haushalte wird Ende 2001 ein DVD-Player stehen. Im Vergleich zur Verbreitung der CD-Player in den 80er Jahren verläuft die Ausstattung der deutschen Haushalte mit DVD-Playern etwa doppelt so schnell. Nur halb im Scherz meinte Jean Hermsen, stellvertretender Vorsitzender des BVV und Geschäftsführer der Warner Home Video GmbH, dass die DVD dieses Jahr wohl die Unterhaltungselektronik rette.

Um den Erfolg der DVD auch zukünftig zu sichern, soll das Titelangebot kontinuierlich ausgebaut werden. Bis Ende 2001 sollen 4.400 Titel in Deutschland verfügbar sein, nach Aussagen des BVV mehr als in jedem anderen Land Europas. Ein wichtiges Thema bleibt natürlich, ob und in welchem Maße Raubkopien in den kommenden Jahren die Umsätze der Videowirtschaft bedrohen werden. Nach Aussagen von Hermsen habe die Filmwirtschaft aber aus den Napster-Erfahrungen der Musikindustrie gelernt. Daher werde man dem Nutzer legale Wege aufzeigen, Filme über das Internet zu beziehen. Dabei werde auch daran gedacht, dieser Verbreitungsform ein Verleihfenster einzuräumen, wie dies heute schon für die PayTV-Ausstrahlung und den Verleih über Videotheken geschieht. (nij/c't) / (jk)