D2 gibt Startschuss für mobiles Internet per UMTS
D2 Vodafone hat heute als erster deutscher Netzbetreiber eine UMTS-Surf-Verbindung aufgebaut, die sechsfache ISDN-Geschwindigkeit erreichte.
Der Mobilnetzbetreiber D2 Vodafone hat heute nach eigenen Angaben als erster deutscher Netzbetreiber eine paketvermittelte Datenverbindung über das Highspeed-Mobilnetz UMTS aufgebaut. In Zusammenarbeit mit Siemens wurden im Münchener Pilotnetz neben Internet-Seiten auch Live-Bilder einer Web-Camera auf ein Notebook übertragen. Für den Test standen zwei UMTS-Endgeräte als Prototypen zur Verfügung, die bis zu 384 kBit/s durch die Luft beförderten – das ist die sechsfache Geschwindigkeit eines ISDN-B-Kanals.
Den Anfang machte D2 Vodafone im Juli mit einer leitungsvermittelten UMTS-Verbindung zur Sprachübertragung; ebenfalls leitungsvermittelt demonstrierte das Unternehmen Ende August Video-Streaming. In beiden Fällen bleibt eine Verbindung ständig bestehen, auch wenn keine Daten zu übertragen sind. Die nun bewerkstelligte paketvermittelte Übertragung belegt nur dann Funkressourcen, wenn auch tatsächlich Daten vorliegen.
In den GSM-Mobilfunknetzen bedienen sich GPRS-Handys derselben Verbindungsart. Nach übereinstimmender Auskunft der GSM-Netzbetreiber soll die GPRS-Technik aber im Endausbau höchstens 107,2 kBit/s erreichen. Die UMTS-Spezifikation sieht hingegen unter optimalen Bedingungen Spitzenraten von 2 MBit/s vor. Allerdings dürften die Ingenieure bis zu dieser Leistung noch manchen Schweißtropfen lassen; auch der japanische Vortänzer in Sachen UMTS, der Netzbetreiber NTT DoCoMo, der UMTS bereits seit Anfang Oktober öffentlich anbietet, erreicht diese Werte bei weitem nicht. (dz)