Utimaco Safeware entlässt 65 Mitarbeiter
Im Rahmen der "Fokussierung der Ressourcen auf die Geschäftsbereiche mit den höchsten Ergebnisbeiträgen und besten Erfolgsaussichten" reduziert der Sicherheitsspezialist seinen Personalbestand.
Im Rahmen der "Fokussierung der Ressourcen auf die Geschäftsbereiche mit den höchsten Ergebnisbeiträgen und besten Erfolgsaussichten" reduziert die Utimaco Safeware AG ihr Personal um 20 Prozent auf 260 Mitarbeiter. Die verlustbringenden Geschäftsbereiche "Network Security" und "Security Modules" gibt das Unternehmen zu Gunsten verstärkter Anstrengungen in den Sparten "Personal Device Security" (PDS), "Digitale Transaction Security" (DTS) und beim Systemhaus für kundenspezifische Sicherheitslösungen auf. Das Systemhaus, das wie die Sparte PDS bereits profitabel sei, leiste weiter Support und Wartung für die eingestellten Produkte und führt den CryptoServer 2000 und andere Kundenprojekte fort. Der Bereich DTS steht nach Firmenangaben "an der Gewinnschwelle und soll nachhaltige Gewinne kurzfristig erzielen".
Die Umstrukturierungskosten beziffert Utimaco auf rund 3,8 Millionen Euro und hat diesen Betrag im Halbjahresabschluss per 31. 12. 2001 zurĂĽckgestellt. 1999 hatte Utimaco die Aachener Kryptokom ĂĽbernommen, schon damals zeigte der IT-Sicherheitsmarkt Konsolidierungstendenzen.
Utimaco liefert unter anderem biometrische Sicherheitslösungen und Software für digitale Signaturen sowie zur Verschlüsselung per AES. Doch das Geldverdienen mit Sicherheitsprodukten scheint trotz enormer Bedarfsschätzungen schwierig, zudem muss bis zur Großserienreife biometrischer Sicherungsverfahren wohl noch viel Geld in die Entwicklung fließen.
Der seit November 2001 amtierende Utimaco-Vorstand Bram van der Wal sieht weiter ein "riesiges Marktpotenzial". "Nach Schätzungen von Experten arbeiten erst rund 3 Prozent aller Notebooks in den Unternehmen mit Verschlüsselungstechnik. Auch für mobile Kleingeräte wie PDAs und Smartphones besteht ein enormer Bedarf an Security-Lösungen. Das gleiche gilt für E-Mail-Security und Digitale Signatur, die im Rahmen von E-Government und B2B-Geschäftsprozessen unabdingbar sind." Auch der mit 24,5 Prozent größte Einzelaktionär und Firmengründer Horst Görtz gibt sich zuversichtlich, was die Zukunft von Utimaco anbelangt. (ciw)