Smartcards, Govnet und die Freiheit der US-Bürger

Auf der Trusted Computing Conference nahm der US-Sonderberater für Computersicherheit Richard Clarke Stellung.

vorlesen Druckansicht 23 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Landesweit einheitliche Identitätskarten für US-Bürger und das von der US-Regierung geplante Govnet sind unter anderem Themen der von Microsoft veranstalteten Trusted Computing Conference im kalifornischen Mountain View. Der kürzlich von US-Präsident Bush zum Sonderberater für Computersicherheit berufene Richard Clarke nahm dort Stellung.

Zwar werden derzeit in den USA immer mehr SmartCards für eine sichere Identifizierung eingeführt; eine landesweite ID-Card, wie von Oracle-Chef Larry Ellison und Scott McNealy von Sun Microsystem vorgeschlagen, trifft aber noch auf Skepsis. Richard Clarke mochte sich zu dem Thema noch nicht festlegen: Die Regierung plane keinen einheitlichen Ausweis für alle US-Bürger. Clarke kann sich aber eine Reihe spezieller Identitätskarten mit biometrischen Daten zumindest für den Einsatz im Flugverkehr und an der US-Grenze vorstellen.

Der Sonderberater verteidigte auch seine Idee eines regierungseigenen Computernetzwerks, kurz Govnet. Es soll unabhängig vom übrigen Internet sein und damit weniger anfällig für Angriffe von außen. Damit meint Clarke insbesondere Denial-of-service-Attacken, die es auf Regierungsstellen abgesehen haben, wie jüngst der Wurm Code Red. Auf den Einwand hin, auch ein abgetrenntes Netz sei nicht immun gegen Angriffe von außen, meinte Clarke, zumindest würden Viren erst Stunden oder Tage nach dem ersten Auftreten im Internet auch im Govnet auftauchen. Ein Unsicherheitsfaktor sind auch die Regierungsmitarbeiter selbst. Um zu verhindern, dass sie durch ihr Verhalten unabsichtlich oder auch beabsichtigt Sicherheitslücken schaffen, sollen sie vermehrt kontrolliert werden.

Mehr Sicherheit würde auch mehr kosten, betonte Clarke. Heute würde wesentlich mehr Geld für Sicherheit ausgegeben als noch vor sechs Wochen. Aber auch wenn die Kosten mehrere Milliarden betragen: Das sei ein geringer Betrag zu dem, was es künftig kosten würde, wenn keine Sicherheitsmaßnahmen eingeführt würden. Zu den Kosten zählt Clarke auch, dass die Freiheit der US-Bürger im Rahmen der Anti-Terror-Maßnahmen des Patriot Act eingeschränkt wird. (anw)