Hackerlegende warnt Hacker vorm Hacken
Kevin Mitnick hält Einbrüche in Computersysteme derzeit für wenig angebracht. Gefassten Hackern drohe angesichts der Terroranschläge eine harte Bestrafung.
Der bekannteste Hacker der USA, Kevin Mitnick, hält Einbrüche in Computersysteme derzeit für wenig angebracht. In einem Gespräch mit dem Magazin Wired empfahl er jungen Hackern, stattdessen ein Netzwerk mit Freunden aufzubauen und zu versuchen, es zu knacken. "Das bringt zwar nicht den Kick wie das Eindringen in ein fremdes System, aber es ist jetzt kein guter Zeitpunkt zum Hacken."
Mitnick, der fast fünf Jahre im Gefängnis saß und noch mehr als ein Jahr von einem Bewährungshelfer beaufsichtigt wird, verwies dabei auf seine eigene Geschichte. An seiner Person sei ein Exempel statuiert worden. Dasselbe drohe nun dem erstbesten Hacker, der von den Ermittlern gefasst würde. Nach den Anschlägen hatte die US-Regierung ein Anti-Terror-Gesetz (Patriot Act) in den Kongress eingebracht, das unter anderem das Eindringen in IT-Systeme als terroristischen Akt wertet.
Mitnick bezeichnete dieses Gesetz als "absurd". "Die Terroristen wollen den totalen Genozid und keine kleinen Hackerangriffe auf die US-Infrastruktur, doch die Regierung will die Kommunikation von jedermann überwachen und ausspionieren." Kevin Mitnick empfahl der US-Regierung, statt solche Gesetzesinitiativen zu unternehmen lieber ihre IT-Systeme noch besser zu sichern. Er glaube jedoch nicht, dass der Cyber-Terrorismus die größte Gefahr darstelle. Die EDV von Energieversorgern oder der Börse ließe sich nur für kurze Zeit lahmlegen. Die Ausfälle könnten vielmehr dazu dienen, von den eigentlichen Zielen der Terroristen abzulenken. (hod)