IDF: Bohren an den Flaschenhälsen der Zukunft
USB 2.0, FireWire, Serial ATA? Auf dem Intel Developer Forum präsentierte nicht nur Intel seine Vorstellungen über die Peripherie-Schnittstellen der Zukunft.
Gute Nachrichten für Adaptec und Co.: Intel wird Chipsätze mit integriertem USB-2.0-Host Controller erst im nächsten Jahr auf den Markt bringen. Bis dahin sind Käufer entsprechender Geräte darauf angewiesen, sich gleichzeitig eine Adapterkarte zuzulegen.
Die Ankündigung kam von Louis Burns während seiner Keynote auf dem Intel Developer Forum in San Jose. Zumindest demonstrierte Burns das Potenzial von High-Speed-USB auf einem Pentium-4-System mit einem USB-2.0-fähigen Chipsatz-Prototypen anhand verschiedener Videosequenzen. Diese wurden von externen Fujitsu-Festplatten abgespielt, beziehungsweise von einer Opteon-Kamera unkomprimiert in Echtzeit über USB 2.0 an den Computer geschickt, ohne dass die gefürchteten "dropped frames" oder auch nur ein Ruckeln auftrat.
Auch VIA schaut da nicht tatenlos zu. Die Taiwaner wollen nächste Woche in Taipeh auf dem VIA Technology Forum eine USB-2.0-fähige Southbridge vorstellen. Wann die entsprechenden Chipsätze in Produktion gehen, wollte VIA allerdings nicht verraten.
Mit einer Bandbreite von 480 MBit/s schickt sich USB 2.0 an, Firewire das Fürchten zu lehren, sollte man meinen. Dass USB 2.0 und IEEE1394 dennoch in den nächsten Jahren eine friedliche Koexistenz führen werden, ist für Intels Technology Initiative Manager Jason Ziller jedoch ausgemachte Sache. Er betrachtet USB 2.0 schon wegen der billigeren Implementierungskosten als die ideale Schnittstelle für Computerperipherie wie Scanner und externe Laufwerke, während Firewire weiterhin vor allem in digitalen Unterhaltungsgeräten eingesetzt werden wird. Da USB 2.0 bislang auf einer reinen Master-Slave Konfiguration beruht und nicht wie Firewire Peer-to-Peer tauglich ist, eignet es sich zum Beispiel für digitale Camcorder weniger.
Während High-Speed-USB kurz vor seiner breiten Markteinführung steht, dauert es mit seinem internen Pendant Serial ATA noch eine ganze Weile. Waren auf dem letzten IDF im Frühjahr nur einige Prototypen und Technologiestudien zu sehen, meldete die Serial ATA Working Group in San Jose, dass die Spezifikation 1.0 nun endgültig fertig ist. Bei einem Datendurchsatz von anfangs 1,5 Gigabit pro Sekunde soll die Performance mit jeder weiteren Revision verdoppelt werden, erklärte Jason Ziller. Entwickler dürfte die Tatsache beruhigen, dass Serial ATA vollständig zu den heute existierenden Betriebssystemen kompatibel ist. Serial-ATA-Festplatten und -Laufwerke werden frühestens in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres erwartet. (Natalia Pander, Matthias Holtz) / (jk)