Weiterhin Turbulenzen bei Marconi – Simpson tritt zurück

Der Chef des angeschlagenen britischen Telekommunikationsunternehmens Marconi, Lord George Simpson, ist zurückgetreten.

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  • dpa

Der Chef des angeschlagenen britischen Telekommunikationsunternehmens Marconi, Lord George Simpson, ist zurückgetreten. Wie der Konzern am Dienstag in London weiter mitteilte, wird auch der Vorstandsvorsitzende Roger Hurn seinen Posten verlassen. Gleichzeitig wurde der Abbau von weiteren 2.000 Stellen angekündigt.

Marconi erwartet nach eigenen Angaben im laufenden Geschäftsjahr einen drastischen Rückgang des Betriebsgewinns. Erst im Juli hatte Marconi die Streichung von 4.000 der 50. 000 Arbeitsplätze bekannt gegeben. Von den neuen Streichungen sollen etwa 1.000 auf die USA und 600 auf Großbritannien entfallen. Der Rest der Arbeitsplätze soll in Mittelamerika, Europa und Asien eingespart werden.

Neuer Marconi-Chef soll der bisherige Leiter der Netzwerk-Abteilung, Mike Parton, werden. Nach seinen Angaben reagiert der Konzern mit den angekündigten Maßnahmen auf die "dramatischen Veränderungen" in der globalen Telekommunikationsindustrie. Durch Kosteneinsparungen und die Konzentration auf das Kerngeschäft solle erreicht werden, dass sich der Konzern künftig an dem "langfristigen Wachstum" auf dem Telekommarkt beteiligen könne. Auf Fragen nach immer wiederkehrenden Übernahmespekulationen sagte Parton, Marconi sei nach seiner Ansicht auch künftig als unabhängiger Konzern überlebensfähig.

Es gehe vorrangig darum, den Wert des Konzerns für seine Aktionäre wieder herzustellen, fügte er hinzu. Die Marconi-Aktie stieg in London nach der Ankündigung um vier Prozent auf 56 Pence an. Sie hatte Anfang dieses Jahres mit 12,50 Pfund ihren Höhepunkt erreicht.

Nach einer Gewinnwarnung im Juli war die Marconi-Aktie in London um 53 Prozent abgestürzt und hatte auch die Kurse von großen Technologiefirmen wie Siemens, Alcatel und ASML mitgerissen. (dpa) / (wst)