Anleger fordern von Microsoft Dividenden-AusschĂĽttung (Update)
Rund 36 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln liegen derzeit in der Kasse des Redmonder Riesen.
Bei Technologie-Konzernen wie Microsoft war es bislang nicht üblich, den Aktionären Dividenden auszuschütten: Den Überschuss verwenden sie zumeist für Investitionen. Bei Microsoft könnte sich das bald ändern. Denn in der Kasse des Redmonder Riesen liegen immerhin 36 Milliarden US-Dollar (40,6 Milliarden Euro) in bar und in Form von kurzfristigen Anlagen. Großaktionäre und Analysten drängen den Software-Konzern jetzt zur Zahlung einer Dividende, berichtet das Wall Street Journal.
Je mehr Geld der Redmonder Riese hortet, desto mehr wird darüber spekuliert, was der Konzern damit anfangen will. Eine Möglichkeit wäre, weitere kleine Unternehmen zu übernehmen -- doch Übernahmen werden nur selten mit Bargeld bezahlt. Weiterhin könnte Microsoft andere Unternehmen aus strategischen Gründen mit Geldspritzen unterstützen -- wie zuletzt Comcast im Poker um AT&T Broadband --, oder sich in die Lage versetzen, eventuelle Strafen in den derzeit laufenden Kartellverfahren zu zahlen.
Microsoft verzichtet nach eigenen Angaben auf die Zahlung von Dividenden, um auf unvorhersehbare Ereignisse flexibel reagieren zu können; Konzern-Chef Steve Ballmer hat deshalb bislang eine Dividenden-Ausschüttung kategorisch abgelehnt. Nun übersteigt aber der Vorrat den vergleichbarer Unternehmen bei weitem: Bei General Electric liegen 8,8 Milliarden US-Dollar (9,93 Milliarden Euro) in der Kasse und selbst bei IBM sind es nur 4 Milliarden US-Dollar (4,51 Milliarden Euro). US-Wirtschaftsexperte Patrick McGurn vermutet, Microsoft wolle sich mit dem Geld für "regnerische Tage" wappnen. In dem Fall sei der Softwarekonzern allerdings sogar für Katastrophen wie die Sintflut gerüstet. (anw)