Freenet zweifelt am Erfolg der eigenen Flatrate via Satellit
Freenet macht Angebot eines rückkanalfähigen Internet-Zugangs via Satellit von einer Kundenbefragung abhängig.
Eigentlich wollte die Mobilcom-Tochter Freenet bereits zum Herbst dieses Jahres einen rückkanalfähigen Internet-Zugang via Satellit namens DSL-SATT zum Pauschaltarif anbieten. Doch nun scheint das Unternehmen zunehmend am Erfolg eines solchen Angebots zu zweifeln: Die Teilnehmer des Pilotprojekts erhielten nun ein Schreiben, das nicht nur Preiserhöhungen verkündete, sondern auch zur Teilnahme an einer Abstimmung auffordert, die über die Zukunft von DSL-SATT entscheiden soll.
Mit der Umfrage will Freenet nach eigenen Angaben vor allem die Akzeptanz der neuen Preise feststellen: So steigt die monatliche GrundgebĂĽhr zukĂĽnftig von 179 auf 229 Mark und zur bisherigen AktivierungsgebĂĽhr von 799 Mark kommt eine weitere InstallationsgebĂĽhr von 750 Mark hinzu. Weitere Kosten sollen auf die Kunden aber nicht zukommen, die notwendige Hardware bekommen sie von Freenet geliehen.
Doch auĂźer um die Preise geht es bei der Umfrage wohl auch um die gesamte Zukunft des Projekts. Bei einer zu geringen Anzahl an positiven RĂĽckmeldungen dĂĽrfte die Einstellung drohen. Wann genau die Entscheidung fallen soll, gab Freenet noch nicht bekannt, es dĂĽrfte jedoch wohl noch in diesem Jahr sein.
Sollte Freenet sich gegen eine Einstellung von DSL-SATT entscheiden, wird der Dienst dank der Satellitentechnik im Unterschied zu T-DSL und anderen kabelgebundenen schnellen Internetzugängen bundesweit auch außerhalb der städtischen Ballungsräume verfügbar sein. Einzige Vorbedingung ist eine Befestigungmöglichkeit für die digitale Empfangsantenne ("Schüssel") mit freier Sicht auf den Eutelsat-Satelliten. Mit DSL-SATT sollen die Kunden Surf-Geschwindigkeiten von 1024 kBit/s beim Empfangen und 128 kBit/s beim Versenden von Daten erreichen.
Tiscali testet mittlerweile ebenfalls einen rückkanalfähigen Internet-Zugang via Satellit, der also weder Modem- noch ISDN-Anschluss voraussetzt. Bei einem geplanten Angebot der Telekom hingegen empfängt der Surfer die Daten zwar via Satellit, muss sie aber über eine herkömmliche Telekomleitung versenden.
Ob dem Satelliten-Surfen groĂźer Erfolg beschieden sein wird, bleibt abzuwarten: Marktforscher halten sie zwar fĂĽr lukrativ, glauben jedoch auch fĂĽr die Zukunft nicht an eine weite Verbreitung. (axv)