Verbraucher-Portal dooyoo freut sich über die Finanzen

Nach mehreren Entlassungswellen im vergangenen Jahr sieht das Berliner Startup mit einem guten Ergebnis zum Jahresende schon rosige Zeiten mit schwarzen Zahlen auf sich zukommen.

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Felix Frohn-Bernau, Vorstandsvorsitzender der dooyoo AG und einer der bekanntesten Manager des Phänomens, das einst als New Economy bekannt war, hat nach einem von Umstrukturierungen gekennzeichneten Jahr wieder Grund zum Jubeln: "Das Geschäftsmodell geht auf", freut sich der Chef des Berliner Verbraucherportals, auf dem Surfer für andere Internet-Nutzer Testberichte veröffentlichen können. Grund zu der Annahme sieht der Mitgründer des Startups in den jüngsten Geschäftszahlen: Demnach hat dooyoo in 2001 einen die eigenen Erwartungen übertreffenden Umsatz von knapp über 7 Millionen Euro erzielt. Erstmals blieb dabei nach dem Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf Monatsbasis im Dezember Geld in der Kasse hängen -- wieviel genau, blieb allerdings im Dunkeln.

Das Ergebnis soll dem Startup, dem wie zahlreichen andere Internet-Unternehmungen in den vergangenen Monaten nach ausgeschöpften Finanzierungsrunden das Wasser bis zum Hals stand, den Weg in eine profitable Zukunft weisen. "Die Mischung aus Marktforschung, E-Commerce und Werbung auf europäischer Ebene erweist sich als richtig", glaubt Frohn-Bernau. In den Hochzeiten der New Economy hatte dooyoo vier Niederlassungen zwischen London und Mailand gegründet, die nach Kürzungen der Belegschaft jetzt nach Firmenangaben rund 40 Prozent des Umsatzes einfahren.

Noch muss der dooyoo-Chef allerdings beweisen, dass er nicht zu früh jubelt und die ersten halbwegs schwarzen Zahlen wirklich auf ein erfolgreiches Geschäftsmodell und nicht nur auf Stellenstreichungen und interne Einsparungen zurückzuführen sind: Auch in der Berliner Zentrale rollten im vergangenen Jahr in mehreren Entlassungswellen die Köpfe. Erst im Oktober hatte sich das Unternehmen von 50 Prozent der dortigen Belegschaft getrennt und das Personal auf 20 Mitarbeiter reduziert. Gekürzt wurde vor allem bei den Inhalteproduzenten und beim Marketing, was unter anderem zur Folge hat, dass Frohn-Bernau die Pressearbeit wieder selbst in die Hand genommen hat. Doch mit den Zahlen im Rücken sieht der Durchstarter, der im Herbst auch einigen seiner Mitgründer den "goldenen" Handschlag geben musste, jetzt wieder Licht am Horizont. Zeigen will er weiterhin, "dass im Internet sehr wohl Geld zu verdienen ist."

Noch keine Umsatzergebnisse hat dooyoos ewiger Konkurrent ciao veröffentlicht. Die Münchner wollten ebenfalls im vierten Quartal 2001 den Break-Even erreichen. Nach einer dritten Finanzierungsrunde im Frühjahr hatte ein Firmensprecher erklärt, dass "wir mindestens bis Ende des Jahres durchfinanziert sind." (Stefan Krempl) / (jk)