Regulierungsbehörde droht Telekom mit Prüfung des T-DSL-Tarifs

Die Regulierungsbehörde hat die Deutsche Telekom wegen ihrer Verzögerungstaktik bei der Bereitstellung von Vorleistungen für ihre Konkurrenten kritisiert.

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Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) hat die Deutsche Telekom wegen ihrer Verzögerungstaktik bei der Bereitstellung von Vorleistungen für ihre Konkurrenten kritisiert. Sollte sich das Wettbewerbsszenario nicht bald deutlich verbessern, werde man den Tarif für den schnellen Internetanschluss T-DSL erneut prüfen, teilte die Behörde am Montag in Bonn mit. Es wäre das Beste, die Telekom würde umgehend selbst Anpassungen ihrer DSL-Strategie vornehmen, erklärte der Präsident der Behörde, Matthias Kurth. Dem Unternehmen wurde eine Frist bis Anfang Dezember gesetzt.

Im März hatte die oberste Aufsichtsinstanz über den deutschen Telekom-Markt den T-DSL-Tarif unter der Auflage genehmigt, dass der Ex-Monopolist seinen Konkurrenten bei den Vorprodukten entsprechende Angebote macht. Diese sollten die Anbieter in die Lage versetzen, selbst wettbewerbsfähige DSL-Produkte zu vermarkten. Dabei geht es unter anderem um das so genannte Line Sharing, das heißt die Aufteilung der Telefonleitung in einen schnellen Daten- und einen Sprachkanal.

Obwohl die Gerichte inzwischen bekräftigt hätten, dass die Telekom diese Leistungen zur Verfügung stellen muss, seien bislang keine Lieferbeziehungen ausgehandelt worden, kritisierte Kurth. Auch bei den Mietleitungen gebe es nach wie vor einen nicht hinnehmbaren Rückstand von etwa 9000 unerledigten Aufträgen durch die Telekom.

Der rosa Riese reagierte auf die Vorwürfe mit Unverständnis. Telekom-Sprecher Stephan Broszio meinte gegenüber heise online: "Ich kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen. Unsere Preise müssen sich schließlich an unserer Kostensituation orientieren." Trotzdem wolle die Telekom nun das Gespräch mit der RegTP suchen. (axv)