Gartner: Aus der HP-Compaq-Fusion wird nichts

Das renommierte Marktforschungsinstitut Gartner bezweifelt in einer Studie, dass die Ăśbernahme zu Stande kommen wird.

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Von
  • Lars Bremer

Nach Analysten, Anlegern und Medien hat nun auch das renommierte Marktforschungsinstitut Gartner Zweifel am Sinn der Ăśbernahme von Compaq durch HP angemeldet. Es sei unwahrscheinlich, dass die Fusion mit einem Volumen von 25 Milliarden US-Dollar ĂĽberhaupt zu Stande kommen werde, heiĂźt es in einer Studie des Unternehmens.

Als Gründe nennt Gartner die geringe erwartete Kosteneinsparung von nur drei Prozent, bezogen auf die Gesamtkosten beider Firmen, weitreichende Überlappung der Produktpaletten, mangelnde Information für die Endkunden, die nicht wüssten, welche Produktlinien fortgeführt würden, sowie die einseitigen Service-Angebote, die sich bei beiden Firmen im Wesentlichen auf Hardware-Support beschränkten.

Gartner bezweifelt zudem, dass es bei angekündigten Abbau von 15.000 Arbeitsplätzen bleiben werde, und rechnet mit umfangreicheren Entlassungen. Zudem würden beide Firmen weiter Marktanteile an Dell und IBM verlieren, die Hauptkonkurrenten im PC-Geschäft.

Die noch erforderliche Zustimmung der Aktionäre zu der Fusion ist gleichfalls zweifelhaft, weil die gefallenen Aktienkurse den Gesamtwert der Übernahme erheblich drückten. Auch die Kartellbehörden müssen dem Handel noch zustimmen. Das Gemeinschaftsunternehmen wäre der größte Computerhersteller der Welt.

HP-Vize Brennan verbreitet hingegen nach wie vor Optimismus. Man dürfe die Fusion nicht nur unter Aspekten der Kostenreduzierung oder PC-Herstellung betrachten. Brennan verwies auf die anderen Geschäftszweige Druckerherstellung, IT-Infrastruktur und Serviceleistungen, die erheblichen Anteil am Umsatz hätten. Trotz gefallener Aktien hatte HP für 629 Millionen US-Dollar auch noch die auf Highend-Drucker spezialisierte niederländische Firma Indigo aufgekauft. (lab)