MPA kappt Internet-Videothek Movie88 die Leitung

Nur zwei Wochen währte das Streaming-Videovergnügen bei der taiwanischen Internet-Videothek Movie88.com.

vorlesen Druckansicht 37 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Nur zwei Wochen währte das Streaming-Videovergnügen bei der taiwanischen Internet-Videothek Movie88.com. Wie vorauszusehen, haben die Rechteinhaber nicht lange gefackelt und für die Schließung der Website gesorgt: Das Internetkino ist nicht mehr zu erreichen. Mit Hilfe der taiwanischen Behörden hat die Motion Picture Association (MPA) den Internetprovider von Movie88, HiNet, dazu veranlasst, die Internetanbindung zu kappen.

Die MPA handelt im Auftrag der großen US-Filmstudios, deren Filme Movie88.com zu einer Leihgebühr von einem US-Dollar anbieten wollte, ohne zuvor Verträge mit den Studios abzuschließen. Stattdessen verließen sich die Betreiber auf die taiwanische Gesetzgebung: Demnach verfolgen die Behörden Urheberrechtsverletzungen nur auf expliziten Antrag eines Privatklägers. Bis vor wenigen Tagen lief die Internet-Videothek lediglich im Testbetrieb, sodass man weltweit übers Internet Filme wie "Shrek", "Legally Blonde" oder "American Pie 2" als 300-kBit/s-Stream anschauen konnte. Erst zu Beginn dieser Woche hatte Movie88 ein E-Commerce-System zur Abrechnung über Kreditkarte installiert.

Jack Valenti, Vorsitzender der MPA, dankte den taiwanischen Behörden für die unkomplizierte Zusammenarbeit. Sie sei ein Zeichen dafür, dass Filmpiraten sich nicht sicher fühlen könnten, solange sie versuchen, Profit mit urheberrechtlich geschützten Werken zu machen. Movie88 ist sich indes keiner Schuld bewusst: Man habe die Leitungen ohne Vorwarnung gekappt, weder der Internetprovider HiNet noch die taiwanischen Behörden hätten sich zuvor mit den Betreibern in Verbindung gesetzt, so Movie88 in einer E-Mail gegenüber US-amerikanischen News-Agenturen. Insbesondere wiesen die Betreiber darauf hin, dass dieses Vorgehen einer Verurteilung ohne Gerichtsverfahren entspreche. Zudem verwahrte sich Movie88 gegen etwaige Verfahren gegen registrierte Anwender des Internetkinos. (vza)