Microsoft kann sich nicht mit eigenen Produkten freikaufen
Microsofts Versuch, Klagen von Kunden durch Spenden von Computern und Software fĂĽr Schulen auĂźergerichtlich beizulegen, ist gescheitert.
Microsofts Versuch, Klagen von Kunden in den USA durch die Spende von Computern und eigener Software für Schulen außergerichtlich beizulegen, ist gescheitert. Richter Frederick Motz lehnte den Vorschlag des Unternehmens in Baltimore ab. Microsoft würde sich damit nur die Gelegenheit verschaffen, in großem Stil in den Computermarkt an Schulen einzudringen, so der Richter in der Urteilsbegründung. An den amerikanischen Bildungsinstituten ist Microsoft-Konkurrent Apple traditionell stark vertreten. Der Redmonder Softwarekonzern zeigte sich in einer ersten Stellungnahme enttäuscht.
Microsoft hatte vorgeschlagen, Computer und Software im Wert von einer Milliarde Dollar an arme Schulen zu spenden, um insgesamt 100 Privatklagen beizulegen. Die Kläger waren der Meinung, durch Microsofts Geschäftspraktiken zu viel für Produkte aus Redmond bezahlt zu haben. Gegner des Vergleichs meinten, der Wert der beabsichtigten Spende sei wesentlich geringer, als es auf den ersten Blick den Anschein habe, weil ein Großteil aus hauseigener Software bestehe, die Microsoft nicht nach Marktwert berechnen könne. Der Richter ließ durchblicken, dass er den Vorschlag einer Spende im Gegenzug für ein Fallenlassen der Klagen anders beurteilt hätte, wenn Microsoft eine Milliarde Dollar in bar geboten und es den Schulen überlassen hätte, wie sie das Geld ausgeben würden. Microsoft muss sich nun weiter mit den zahlreichen Einzelklägern herumschlagen.
Diese Verfahren stehen in keinem direkten Zusammenhang mit dem Kartellprozess, bei dem sich das Justizministerium mit dem Unternehmen außergerichtlich einigte. Allerdings sind neun Bundesstaaten mit dem ausgehandelten Ergebnis nicht zufrieden und fordern weiterhin härtere Strafen gegen Microsoft. (dpa) / (cgl)