Etikettenschwindel bei 3Com-Netzwerkkarten (Update)

Falsche 3Com-Karten mit anscheinend originalen Controllerchips tauchen im Handel auf.

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Derzeit sind im Handel recht gut gemachte Imitate von 3Com-Netzwerkkarten des Typs 3C905CX im Umlauf. Die erste Charge war noch anhand eines bestimmten Seriennummer-Präfixes erkennbar, doch nun tauchen anscheinend auch Falsifikate mit anderer Bezeichnung auf. Diese soll man daran erkennen können, dass auf dem weißen Aufkleber die MAC-Adresse ("EA=xxxx") der Karte fehlt. Das kann sich bei der nächsten Serie schon geändert haben.

Bei den Imitaten fehlt derzeit auf dem Aufkleber die Angabe der MAC-Adresse.

Die Fälschungen sollen laut einem betroffenen Kunden mit bestimmten Betriebssystemen oder auf manchen Mainboards nicht richtig funktionieren: Beispielsweise könne das Holen einer IP-Adresse per DHCP fehlschlagen. Ein kurzer Test eines Nachbaus ergab jedoch keine Probleme unter Linux, Windows 98SE, 2000 und XP. Linux, Windows 2000 und XP erkannten die NIC von sich aus als reguläre 3Com-Karte, unter 98SE funktionierte sie mit dem über www.3com.de zu bekommenden aktuellen Treiber. Der Controller-Chip meldet sich unter Linux mit lspci -v als 3Com-Original, auch die Gerätemanager von Windows 2000 und XP erkennen ihn so.
Selbst wenn der Kunde keinen direkten Nachteil hat, da auf den Boards anscheinend ein originaler LAN-Controller steckt, kann man die Karten als Markenschwindel ansehen: Denn die Fälscher weisen sie per Logo auf der Platine als 3Com-Originale aus. Verständlich, dass 3Com mit allen Mitteln versucht, die Imitate aus dem Verkehr zu ziehen.

Die uns vorliegende Fälschung (unteres Board) sieht derzeit bis auf die fehlende MAC-Adresse aus wie originale 3Com-Karten. Da 3Com zwei Layout-Revisionen fertigt, kann man die Fälschungen nicht allein anhand der Bauteilanordnung erkennen.