Napster-Versteigerung lockt nur Bertelsmann an
Der deutsche Medienkonzern bietet 14 Millionen US-Dollar für die ehemalige Musiktauschbörse.
Die Versteigerung der Vermögenswerte der ehemaligen Musiktauschbörse Napster hat außer Bertelsmann keine weiteren Bieter angezogen. Wie Internetnews.com berichtet, könnte Bertelsmann bereits Ende dieser Woche als neuer Besitzer die Napster-Reste übernehmen. Das Unternehmen hatte im Juni nach US-amerikanischem Konkursrecht Gläubigerschutz beantragt. Nach dem Rücktritt des Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Middelhoff war es unklar, ob sich das Unternehmen weiter für Napster interessieren würde.
Der deutsche Medien-Konzern, der seit dem Jahr 2000 etwa 80 Millionen US-Dollar in Napster gesteckt haben soll, reichte kürzlich ein Gebot in Höhe von 14 Millionen US-Dollar ein. An der für Dienstag dieser Woche angesetzten Versteigerung traten keine weiteren Interessenten auf. Ein Konkursrichter in Delaware soll heute über den Kauf befinden.
Eine Entscheidung hänge davon ab, ob der Konkursrichter die bisherigen Bertelsmann-Investitionen als Kredit oder als Napsters Eigenkapital wertet. Im zweiten Fall könnte der Richter die Auktion erneut eröffnen, wie es die Gläubiger erhoffen, heißt es in dem Bericht. Rick Chance von der Investmentbank Trenwith Securities sollte im Auftrag des Gläubigerausschuss Bieter für mindestens 25 Millionen US-Dollar finden. Die Zeit sei aber zu kurz gewesen, um Napster gut vermarkten zu können.
Im Sommer 2001 war Napster nach Klagen der Musikindustrie vom Netz gegangen. Die Plattenlabels warfen Napster vor, urheberrechtlich geschützte Titel als Musikdateien auszutauschen. In seiner Anfangszeit lockte die Tauschbörse etwa 60 Millionen Kunden an. Seit der Schließung hatte sich Napster vergeblich um die Einrichtung eines kostenpflichtigen Abonnementen-Dienstes mit der Erlaubnis führender Musiklabels bemüht. (anw)