Banges Hoffen bei Homejumper
Die Mitarbeiter bei dem insolventen Computer-Serviceunternehmen werden freigestellt, die Kunden vertröstet. Noch wird hinter den Kulissen verhandelt.
Das insolvente Computer-Serviceunternehmen Homejumper beendet in der bisherigen Form als Home Jumper Service AG das operative Geschäft am 1. September. Das geht aus einem internen Brief von Vorstand Dieter Schmid hervor, der heise online vorliegt. "Ich habe die Hoffnung, dass wir bis dahin einen Partner gewonnen haben, mit dem wir unsere Dienste weiter anbieten können", sagte Homejumper-Erfinder und CEO Alexander Kornegger gegenüber heise online. Zurzeit gebe es zwei potenzielle Interessenten an einer Übernahme des Dienstleisters.
"Laut unserem Insolvenzverwalter liegt vom 'zweiten Interessenten' noch kein Angebot vor, da er den Vorstandsvorsitzenden telefonisch noch nicht erreichen konnte (Dauermeetings)", heiĂźt es in dem Brief von Schmid. Der andere Interessent wolle noch einige Details im Businessplan ĂĽberprĂĽfen. Die noch verbliebenen 75 Mitarbeiter werden beim jetzigen Stand der Dinge ab dem 1. September erst einmal freigestellt -- wenn eine der interessierten Gesellschaften dann den Deal abschlieĂźt, werde ein Teil von ihnen einen neuen Job in einer Auffanggesellschaft zur FortfĂĽhrung Hompejumpers bekommen.
Auch für die Kunden ist die ungeklärte Situation schwierig -- zum Beispiel installieren die Spezialisten von Homejumper neue DSL-Anschlüsse vor Ort bei Kunden von 1&1, QSC oder Hansenet. "Viele Kunden reagieren verärgert", gestand Kornegger gegenüber heise online.
Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1999 als PC-Pannendienst. Nach einem rasanten Aufschwung -- zu Bestzeiten arbeiteten 250 Mitarbeiter bei Homejumper und der Börsengang war fest eingeplant -- traf die IT-Flaute die PC-Spezialisten unvorbereitet. Gründer Alexander Kornegger versuchte gegen zu steuern: Er entließ mehr als die Hälfte der Belegschaft und änderte die Ausrichtung der Firma weg vom Privatkunden hin zu kleinen Unternehmen. Es gelang dem Unternehmen in den vergangenen drei Jahren allerdings nicht, schwarze Zahlen zu schreiben. (tol)