Premiere und Arcor planen Video-on-Demand

In einem zunächst auf sechs Monate befristeten Projekt will Premiere ein exklusives Spielfilmpaket für Arcors Video-on-Demand-Dienst schnüren.

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Wie Premiere World bekannt gab, hat der Pay-TV-Sender eine "Absichtserklärung" für ein gemeinsames DSL-Pilotprojekt mit Arcor für Video-on-Demand (VoD) unterzeichnet. "Wir wollen alle Wege zum Kunden nutzen, die sich uns bieten", kommentierte Georg Kofler, Vorsitzender der Premiere-Geschäftsführung und ehemaliger Pro7-Chef, den Schritt des Senders. Premiere will bei auf die Erfahrungen der Kirch-Tochter Kirch Intermedia GmbH zurückgreifen. Die Kirch-Gruppe hat sich Ausstrahlungsrechte für Videos und Spielfilme in Millionenhöhe gesichert, fährt mit seinem Pay-TV-Angebot Premiere World aber nur Verluste ein. Das Unternehmen tut daher wohl gut daran, alternative Distributionswege zu ergründen.

In einer zunächst auf sechs Monate beschränkten Testphase wolle Premiere "Markterfahrungen im Bereich Video-on-Demand über breitbandige Telekommunikationsnetze sammeln", heißt es in der Mitteilung. Thomas Götz, Sprecher der Geschäftsleitung von Arcor Online, erhofft sich von dem Projekt "ein breites, attraktives Angebot für individuellen Filmgenuss zu jeder Zeit". Die Zusammenarbeit mit Premiere unterstreiche den Anspruch Arcors als Vorreiter im Segment Video-on-Demand".

Das Unternehmen hat bereits seit Dezember 2001 ein VoD-Angebot, dem es bisher jedoch an aktuellen und interessanten Filmen mangelt. Ein ansprechendes Spielfilmpaket von Premiere stünde Arcors Online-Videothek gut zu Gesicht. Registrierte VoD-Kunden bekommen die Videos als Windows Media Video (WMV) zu Preisen ab 2,50 Euro für 24 Stunden. Microsofts Digital Rights Management (DRM) soll dafür Sorge tragen, dass sich die Videos nach Verstreichen der Frist nicht mehr abspielen lassen. Das VoD-Angebot richtet sich vorzugsweise an DSL-Kunden, ist aber nicht auf Arcors eigenen DSL-Zugang begrenzt. Die Filme schlagen mit 400 bis 600 MByte -- und einem Download von mehreren Stunden -- zu Buche und erreichen etwa VHS-Qualität.

Ein ähnliches Angebot gibt es seit kurzem auch von Lycos. Das Internet-Portal arbeitet bei seiner DSL Online Videothek mit den deutschen VoD-Pionieren von media[netCom] zusammen. Das Spielfilmangebot bei Lycos und Arcor war bisher nahezu identisch -- dank Premiere könnte sich dies bald zu Gunsten von Arcor ändern. (vza)