Consul Weyer will Nachrichtenagentur ddp von Kirch kaufen

Der Rechtsanwalt des Titelhändlers hat den Auftrag, mit den Geschäftsführern von KirchMedia Verhandlungen über den Kauf der Nachrichtenagentur aufzunehmen.

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Schon einen Tag nach dem Antrag von KirchMedia auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens landen die ersten Pleitegeier: Consul Hans-Hermann Weyer-Graf von York, einst bekannt als der "schöne Konsul", will die zum Kirch-Konzern gehörende Nachrichtenagentur ddp kaufen. Der Münchner Rechtsanwalt Hermann Garlipp teilte der dpa am Dienstag mit, Weyer-Graf von York habe ihn beauftragt, entsprechende Verhandlungen mit den neuen Geschäftsführern der KirchMedia, die am Montag Insolvenz angemeldet hatte, aufzunehmen. Kapital stehe zur Verfügung, sagte Garlipp. Weyer gilt als Experte für "Selbstpositionierung" und kam seit den 60er und 70er Jahren vor allem durch den Handel von Adels- und Doktortiteln zu Geld.

Die Kirch-Gruppe hatte die Nachrichtenagentur ddp vor rund drei Jahren gekauft, um ihr eigenes Multimedia-Angebot auszubauen. Schon seit Monaten gab es immer wieder Berichte über Verkaufsabsichten. Die KirchGruppe hatte dies Mitte Februar allerdings bestritten. Jedoch werde nach strategischen Partnern gesucht, hieß es. In diesem Zusammenhang habe es auch Gespräche mit der Frankfurter Kommunikationsagentur Hunzinger gegeben.

ddp (Deutscher Depeschen-Dienst) ist nach eigenen Angaben Deutschlands zweitgrößte Nachrichtenagentur. Sie schloss sich nach der Deutschen Einigung mit der ehemaligen DDR-Agentur ADN zusammen und beschäftigte zuletzt rund 400 Mitarbeiter, die rund 300 Medienkunden bedienten. (anw)