US-Rechtsgelehrte bekommen Spende für Copyright-Forschung
Die US-amerikanische Duke University's Law School bekommt eine Million US-Dollar, um die Urheberrechtsgesetzgebung unter die Lupe zu nehmen.
Der Forschungsetat der Duke University's Law School im US-Bundesstaat North Carolina wird unverhofft um eine Million US-Dollar größer. Der edle anonyme Spender verknüpft sein Geschenk aber mit einer Bedingung: Die Wissenschaftler und Studenten sollen sich mit den derzeitigen und geplanten Urheberrechtsgesetzen der USA befassen, heißt es in US-Berichten. James Boyle, Rechtsprofessor und einer der Direktoren der Schule, weiß auch schon, wie das Geld eingesetzt wird: Man wolle sich unter anderem kritisch mit dem Digital Millennium Copyright Act (DMCA) auseinandersetzen.
Es gelte, einen Ausgleich zwischen geistigem Eigentum und öffentlichem Zugang zu ihm zu finden, heißt es weiter. Nun darf aber die Tauschgemeinde nicht frohlocken, die Rechtsgelehrten würden dafür sorgen, dass ihnen das US-Recht nicht mehr im Nacken sitzt. Boyle sieht sich nämlich nicht als Gegner der Urheberrechte. Mancher Rechtsschutz sei unbedingt notwendig, meint er. Doch habe er den Eindruck, dass es Bestrebungen gebe, das Copyright allzu sehr räumlich und zeitlich auszudehnen. Schließlich gebe es Kulturgüter, die der Allgemeinheit frei zugänglich sein sollten. Darum gelte es, zu einer Balance zurückzufinden.
Boyle spielt auf aktuelle Gesetzesinitiativen im US-amerikanischen Kongress an. So wollen zum Beispiel die Abgeordneten Howard Coble und Howard Berman Gebühren für das Kopieren von Musik, Aufzeichnen von Fernsehsendungen und die Übertragung von Dateien über das Internet erheben. Senator Ernest Hollings will dafür sorgen, dass elektronische Geräte und deren Software in Zukunft nach den Wünschen der Film- und Fernsehindustrie hergestellt werden. Aber auch die Anwendung bestehender Gesetze wie des DMCA regt die Rechtswissenschaftler an, wie zum Beispiel die Verhaftung des russischen Programmierers Dmitry Sklyarov im vergangenen Jahr. Ihm wurde vorgeworfen, er habe den Kopierschutz des Acrobat eBook Reader von Adobe ausgehebelt und dies öffentlich gemacht. (anw)