Commerzbank soll für Brandenburger Chipfabrik Fremdkapital beschaffen

Das deutsche Finanzinstitut und die bahreinische Gulf International Bank B.S.C. haben den Zuschlag für die Beschaffung von 670 Millionen Euro erhalten.

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  • dpa

Zur Finanzierung der geplanten Chipfabrik in Frankfurt (Oder) ist eine weitere wichtige Weiche gestellt. Die Commerzbank und die bahreinische Gulf International Bank B.S.C. haben den Zuschlag für das Beschaffen des Fremdkapitals in Höhe von 670 Millionen Euro erhalten. "Wir sind sehr froh, dass wir mit der Commerzbank und der Gulf International Bank zwei absolute Topadressen der Finanzwelt für die Zusammenarbeit mit Communicant gewinnen konnten", sagte der Sprecher des Chipfabrik-Betreibers Communicant, Dirk Obermann, am Donnerstag in Frankfurt. Die Mittel sollen über ein internationales Bankenkonsortium beschafft werden.

Am 14. August war der Grundstein für das 1,5 Milliarden-Projekt Chipfabrik gelegt worden. Damit kam im strukturschwachen Osten Brandenburgs nach monatelangem Zittern eines der wichtigsten Industrie-Vorhaben in den neuen Bundesländern in Schwung. Die Finanzierung ist allerdings noch nicht 100-prozentig gesichert. Die Verhandlungen über eine Bund-Länder-Bürgschaft laufen noch. Die EU-Kommission in Brüssel muss die staatliche Förderung des Vorhabens noch genehmigen.

"Communicant ist eines der interessantesten gegenwärtigen Investitionsprojekte -- deshalb wollen wir uns engagieren und die Finanzstruktur aufstellen", sagte Commerzbank-Direktor Mario Messerschmidt. Die beiden nun federführenden Banken waren auch an den Verhandlungen über die Bund-Länder-Bürgschaft beteiligt.

Seit Februar ruhen die Arbeiten auf der Baustelle im Osten Deutschlands. Die ersten Silizium-Germanium-Kohlenstoff-Chips werden voraussichtlich Anfang 2004 hergestellt. Damit verzögert sich der Produktionsstart um rund ein Jahr. Als Gründe für den Verzug gelten die Krise am Halbleitermarkt und der Terroranschlag vom 11. September 2001. In dem Prestige-Unternehmen an der Oder sollen 1300 direkte Arbeitsplätze entstehen. (dpa) / (anw)