Bremer Forscher realisieren blauen Laser

Als erste Universität in Europa kann die Universität Bremen eine blaue Laserdiode präsentieren.

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Von
  • Wolfgang Stieler

Als erste Universität in Europa kann die Universität Bremen eine blaue Laserdiode präsentieren. Die Arbeitsgruppe von Professor Detlef Hommel am Bremer Institut für Festkörperphysik hat eine Galliumnitrid-Laserdiode im blau-violetten Spektralbereich bei Raumtemperatur realisiert. Bisher stellt die japanische Firma Nichia als einziges Unternehmen kommerziell verfügbare blaue Laserdioden her.

Die kurzwelligen Laserdioden versprechen eine massive Kapazitätssteigerung bei optischen Speichern. Je kürzer die Wellenlänge, desto kleiner der Flächenbedarf pro Informationseinheit. Mit einer blauen Laserdiode (400 - 420 nm) kann beispielsweise die Speicherkapazität in DVDs von gegenwärtig 4,7 Gigabyte (640 nm einer roten Laserdiode) auf bis zu 50 Gigabyte gesteigert werden.

Kurzwellige Leucht- und Laserdioden erfordern allerdings die Beherrschung einer Halbleitergruppe, deren prominentester Vertreter Galliumnitrid ist -- ein Material, das sehr schwierig zu handhaben ist: Da es nicht als massiver Einkristall vorliegt, muss ein anderes Material -- meist Saphir oder Siliziumkarbid -- als Unterlage dienen, um den Kristall gezielt Schicht fĂĽr Schicht wachsen zu lassen.

Neben den Bremer Forschern arbeitet das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik, die Firma Osram Opto Semiconductors in Regensburg und die Universitäten in Ulm und Stuttgart sowie die TU Braunschweig an der Entwicklung der ersten europäischen blauen Halbleiterlaserdioden. Aus dem Verbundprojekt ging Ende 2001 die erste europäische kontinuierlich arbeitende blaue Laserdiode hervor -- die Lebensdauer des Bauelementes betrug allerdings nur einige Minuten. (wst)