Web-Tipps: Sicher auf See, Impfquoten, Netzkultur
Diese Web-Tipps liefern Basiswissen zum sicheren Verhalten auf See, eine Simulation der Corona-Impfkampagne und einen Aufruf zu mehr Anstand im Internet.
Auf See ohne Not
Jedes Jahr geraten an deutschen Küsten Hunderte Menschen in Seenot: Anglern fällt der Außenborder aus, Kitesurfer werden abgetrieben, Schwimmer von der Strömung überrascht. Die Informationen auf der Website Sicher auf See der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) helfen Wassersportlern, solche Situationen bereits im Vorfeld zu vermeiden. Oft reichen schon wenige Vorkehrungen, um gar nicht erst in eine Notlage zu geraten. Geht dennoch etwas schief, kann man es den Helfern etwa mit GPS-Daten oder der kostenlosen Sicherheits-App "SafeTrx" einfacher machen und seine Chancen auf Rettung erhöhen.
Neben Grundlagen wie Wind und Wellen oder Notrufnummern, die immer erreichbar sind, vermitteln die Seenotretter auf der Website Spezialwissen für einzelne Aktivitäten von Segeln bis Wattwandern. Berichte von Geretteten verdeutlichen die potenziellen Gefahren. Sicherheitschecklisten, die man im PDF-Format herunterladen kann, helfen bei der Vorbereitung – damit man etwa beim Segeltörn nicht nur die Segel und den Motor gecheckt hat, sondern im Ernstfall auch jedes Crewmitglied weiß, wie man einen Notruf absetzt. Wer möchte, kann außerdem kostenlos gedrucktes Material bestellen.
Impfquoten-Projektion
zidatasciencelab.de/cov19vaccsim
Impfzentren, Arztpraxen, Betriebsmediziner – überall in Deutschland wird zurzeit fleißig geimpft, obwohl die Industrie weniger Impfstoff liefert als angekündigt. Um abschätzen zu können, wann die ersehnte Herdenimmunität erreicht ist, hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (Zi) ein Tool ins Netz gestellt: die Simulation der Impfkampagne in Deutschland.
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Das Zi pflegt die Seite wöchentlich mit dem aktuellen Zahlenmaterial des Bundes zu Liefermengen und Impfkapazitäten und aktualisiert seine Prognose auf Basis der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko). Fazit bei Redaktionsschluss: Bis Mitte Oktober wäre theoretisch eine vollständige Immunisierung der Bevölkerung möglich. Besucher können testweise bestimmte Parameter ändern, etwa die Abstände zwischen Erst- und Zweitimpfungen oder die Liefermengen, und die Auswirkungen auf die Impfquoten über die Zeit modellieren.
Mit dem Ergebnis kann man zum Beispiel politische Forderungen wie veränderte Altersempfehlungen daraufhin abklopfen, wie sie sich auf die Impfkampagne auswirken. Die Schöpfer legen ihren Algorithmus in einer Methodenbeschreibung detailliert offen. Sie weisen auch auf Unsicherheiten hin. Der Quellcode ist auf GitHub einsehbar.
Debattenkultur im Netz
Meinungsaustausch im Internet – speziell in den sozialen Medien – findet oft in harscher und verletzender Form statt. "Reizbarkeit und Gleichgültigkeit" prägten häufig die öffentliche Stimmung, was wiederum den "Boden für Entgleisungen" bereite, meint die Initiative #anstanddigital der Katholischen Akademie und des Kulturbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland. Sie will für einen besonneneren und respektvolleren Umgang miteinander werben. Dabei geht es den Initiatoren nicht nur um Recht und Kontrolle, sondern auch um Haltung und Umgangsformen, ohne die Moralkeule zu schwingen.
Kern der Website sind "11 Gebote zu Haltung und Respekt im Netz". Darin warnen die Schöpfer der Website beispielsweise in ihrem zweiten Gebot "Nicht richten" davor, vorschnell moralische Urteile über andere zu fällen. Das siebte Gebot "Sein Gesicht zeigen" wirbt dafür, persönlich zu seinen Haltungen zu stehen. Eine Art "Selbsttest" in Form eines Fragebogens mit elf Fragen an Besucher – etwa, welche Fehler man im Internet am ehesten entschuldigen würde – ermöglicht eine Reflexion. Videobotschaften von Menschen des öffentlichen Lebens wie der Lyrikerin Jule Weber oder dem Journalisten Hasnain Kazim geben weitere Denkanstöße.
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(mon)