Kommunikations-Ingenieure kritisieren Verwendung der UMTS-Erlöse

Die Ersteigerer der Lizenzen fĂĽr die neue drahtlose Hochgeschwindigkeitstechnik seien zu Verlierern geworden, meint Horst Peters, Bundesvorsitzender des Verbands der Ingenieure fĂĽr Kommunikation.

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Der Verband der Ingenieure in der Informations- und Kommunikationsbranche hat die Verwendung der Erlöse aus dem Verkauf der UMTS-Mobilfunk-Lizenzen erneut kritisiert. "Der Bundesfinanzminister hat die 100 Milliarden Mark (50,8 Milliarden Euro) vereinnahmt, ohne das Geld in diese Wirtschaftszweige zu reinvestieren", sagte Horst Peters, Bundesvorsitzender des Verbands der Ingenieure für Kommunikation am Freitag in Rostock.

Dadurch seien die Ersteigerer der Lizenzen für die neue drahtlose Hochgeschwindigkeitstechnik zu Verlierern geworden. Dies habe zur abflauenden Konjunktur und dem Fall der Aktien in der Branche beigetragen. Während dort vor wenigen Jahren noch Fachkräftemangel geherrscht habe, müssten Ingenieure nun schon wieder entlassen werden.

Diskussionen um die UMTS-Erlöse gab es schnell nach Ende der Versteigerung im August 2000. Bundesfinanzminister Hans Eichel hatte öfters bekräftigt, das Geld zur Tilgung der Bundesschulden zu verwenden. Der Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation (Bitkom) kritisierte die Bundesregierung ebenfalls. Der Verband der Ingenieure erwartet nun, dass die Bundesregierung die beteiligten Unternehmen beim Ausbau der UMTS-Infrastruktur finanziell unterstützt.

In Rostock trafen sich am Freitag rund 300 technische Fach- und Führungskräfte zu ihrer Bundesversammlung. Den Vortrag zum Thema "Kommunikationsingenieure fördern nachhaltige Entwicklung" hielt Heinrich W. Kreutzer, Vorstandsmitglied der Firma Alcatel SEL AG, Stuttgart. Der Branchenverband, nach eigenen Angaben mit 12.000 Mitgliedern der größte seiner Art in Europa, ging 1999 aus dem damaligen Verband der deutschen Postingenieure hervor. (anw)