Die CD wird weich
Das Bertelsmann-Tochterunternehmen Flexstorm hat eine flexible CD vorgestellt, die nur ein Zehntel so dick ist wie herkömmliche CDs.
Wer kennt sie nicht mehr: Insbesondere auf Musikzeitschriften prangten schon in den Achtzigern wabbelige Vinylscheiben mit Promo-Material. Nun wird auch die CD weich. Die Firma Flexstrom (Halle 21, Stand C46), eine Tochterfirma der Bertelsmann AG, hat anlässlich der CeBIT die nach eigenen Angaben erste flexible Disk der Welt präsentiert. Die weltweit patentierte flexCD soll es in den beiden üblichen Größen mit 80 mm (CD-Single) und 120 mm Durchmesser geben.
Die auf Aluminium-bedampfte Polyesterfolien gedruckte flexCD bietet den Speicherplatz herkömmlicher CDs, ist aber nur ein Zehntel so dick, also 0,1 Millimeter. Zudem soll sie sich deutlich günstiger -- etwa zum halben Preis -- und schneller (pro flexCD 0,3 Sekunden) als die dickeren Polycarbonat-Scheiben herstellen lassen. Beide Punkte sieht Flexstorm als enormen Anreiz für seine Kunden.
Damit die wabbeligen Scheiben in normalen CD-Playern abgespielt werden können, müssen sie in einen Sandwich-Adapter eingelegt werden, der aus zwei Plastikscheiben besteht. Als Einsatzgebiete sieht Flexstorm in erster Linie Direktmarketing und Promotion.
Die ersten flexCDs, die Magazine, Flaschen und anderes zieren, sind jedoch nicht vor Mitte des Jahres zu erwarten. Derzeit befände man sich laut Projektleiter Ralf Rosowski in einer Testphase, bei der letzte Probleme mit dem Adapter ausgeräumt werden sollen. Vorerst will man sich insbesondere auf Audio-CDs konzentrieren, weil diese nur mit 1 X abgespielt werden. Bei höheren Geschwindigkeiten aktueller CD-ROM-Laufwerke bestünde bislang noch die Gefahr, dass der Adapter auseinander fällt.
Schon vor gut anderthalb Jahren stellte die amerikanische Firma ThinDisc eine ähnliche CD vor, die jedoch doppelt so dick wie die jetzige flexCD ist. Die ThinDisc war damals als Werbeträger der Zukunft propagiert worden. Seitdem war jedoch nie wieder etwas von der ThinDisc zu hören. (vza)