Atommüllprobleme in den USA
Die Regierung Obama hat sich entschieden, das Endlager Yucca Mountain nicht weiter zu verfolgen. Nun türmen sich in den Zwischenlagern amerikanischer AKWs große Mengen radioaktiver Stoffe auf.
1982 beschloss die US-Regierung, ein Endlager für den hochradioaktiven Abfall aus amerikanischen Kernkraftwerken zu suchen. Als Kandidat kristallisierte sich der Bergrücken Yucca Mountain im Bundesstaat Nevada heraus. 1987 beauftragte der US-Kongress das Energieministerium offiziell mit der Untersuchung der potenziellen Lagerstätte. Anfang dieses Jahres gab die Regierung von Barack Obama jedoch bekannt, Yucca Mountain nicht weiter zu verfolgen und stattdessen die Suche nach Alternativen zu finanzieren – während sich in den Zwischenlagern der amerikanischen AKWs inzwischen 60.000 Tonnen Atommüll auftürmen.
Allison Macfarlane, Geologin und als Prüferin am Kernenergieforschungsprogramm des Energieministeriums beteiligt, warnte nun im Interview mit Technology Review, dass die Kosten der Suche nach einer neuen Lagerstätte Milliarden verschlingen und Jahrzehnte dauern könnte. Stoppen werde das die Atomkraft jedoch nicht: "Es gibt in der Geschichte keinen Fall, in dem ein fehlender Plan für den Atommüll die Kernenergie aufgehalten hätte." Die Entscheidung, Yucca Mountain aufzugeben, sei aber richtig gewesen. "Die Gegend ist seismisch und vulkanisch aktiv. Was schwerer wiegt ist, dass die Lagerstätte in einer oxidierenden Umgebung liegen würde. Das heißt, deponierte Stoffe würden dort mit Luftsauerstoff in Berührung kommen." Die USA seien bisher das einzige Land gewesen, das eine Lagerstätte in solch einer Umgebung erwogen hat, so Macfarlane weiter.
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(bsc)