Berlin will Ampeln wieder selber steuern
In der Hauptstadt sind Betrieb und Steuerung von Ampeln an eine private Firma ausgelagert. Das soll sich nun ändern.
Das Ampelmanagement soll dynamischer bewältigt werden.
(Bild: ACE)
Berlin war die erste deutsche Stadt, die den Betrieb ihrer Verkehrsampeln privatisierte. Nun will Berlin die Aufgabe wieder selbst übernehmen. "Der Prozess der Rekommunalisierung läuft bereits", sagte ein Sprecher der Verkehrsverwaltung. Zuvor hatte die Berliner Morgenpost darüber berichtet. Demnach soll der Betrieb der rund 2200 Ampeln dem Unternehmen Alliander Stadtlicht entzogen werden, dessen Vertrag noch bis 2025 laufe. Für zehn Jahre erhält das Unternehmen demnach 272 Millionen Euro.
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Längere Grünphasen
Der Verwaltungssprecher nannte keine Zahlen. Man hoffe, dass ein Landesbetrieb die gestiegenen Anforderungen an das Ampelmanagement dynamischer bewältigen könne, hieß es. Als Beispiel nannte die Verkehrsverwaltung Vorrangschaltungen für Busse, Straßenbahnen und Fahrräder sowie längere Grünphasen für Menschen, die zu Fuß unterwegs sind. Die Rekommunalisierung solle Schnittstellen reduzieren. Der Prozess laufe in Abstimmung mit Alliander.
Berlin hatte seinen Ampelbetrieb 2006 an die Stadtlicht GmbH vergeben, eine Tochterfirma des niederländischen Unternehmens Nuon. Seit einer Umstrukturierung 2009 firmiert es unter dem Namen des Mutterkonzerns Alliander. Der Netzbetreiber ist Eigentum niederländischer Provinzen und Gemeinden.
(mfz)