Hoffnungen von Stadt und Land ruhen auf LĂĽbecker Media Docks

LĂĽbeck setzt seine Ideen um, die im Wettbewerb um den Multimedia Campus der Landesregierung entwickelt worden sind.

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  • dpa

Nach rund 14 Monaten Bauzeit sind am Freitag in Lübeck die Media Docks eröffnet worden. Das Forschungs- und Dienstleistungszentrum für die digitale Medienbranche sei ein Symbol für den starken Willen der Hansestadt Lübeck, sich aus der ewigen Schlussposition zu befreien, sagte Bürgermeister Bernd Saxe zur Eröffnung. Mit den Media Docks, die vom Land mit rund 4,3 Millionen Euro gefördert wurden, setzt Lübeck seine Ideen um, die im Wettbewerb um den Multimedia Campus der Landesregierung entwickelt worden waren.

Der Multimedia Campus war im Mai 2000 an die Landeshauptstadt Kiel vergeben worden. "Diese Entscheidung hat uns eher trotzig als fröhlich gemacht", bekannte Saxe. Er sei stolz, dass die Stadt es mit Unterstützung durch die Wirtschaft, Lübecker Stiftungen und die Landesregierung geschafft habe, ihr Konzept umzusetzen.

Das Konzept umfasst einen Unternehmenspark, ein branchenspezifisches Gründer- und ein Forschungszentrum, ein Medienzentrum mit voll ausgestatteten Audio- und Videostudios und die International School of New Media (ISNM), eine internationale und fächerübergreifende Weiterbildungseinrichtung. Alle Einrichtungen mit einer Gesamtfläche von 13.000 Quadratmetern sind in einem unter Denkmalschutz stehenden Getreidespeicher aus dem Jahr 1898 auf der nördlichen Wallhalbinsel am Rande der historischen Altstadt untergebracht.

"Mit der Verknüpfung von Tradition und Innovation starten Sie ins digitale Zeitalter des 21. Jahrhunderts", sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsidentin Heide Simonis, die im Mai 2001 auch den Grundstein gelegt hatte. Sie betonte erneut, dass die Media Docks und der Multimedia Campus in Kiel keine Konkurrenten seien, sondern sich hervorragend ergänzten. "Beide Einrichtungen zusammen sind für Schleswig-Holstein eine hervorragende Visitenkarte, um sich in der IT-Branche zu positionieren", sagte sie.

Rund 15 Millionen Euro haben Bau und Einrichtung der Media Docks gekostet. "Mit der Auslastung sind wir zufrieden. Alle 14 Einheiten im Gründerzentrum sind vermietet, der Unternehmenspark ist zur Hälfte belegt", sagte der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Lübeck, Dirk Gerdes.

Zufrieden ist auch der wissenschaftliche Geschäftsführer der ISNM, Hubertus von Amelunxen, mit der Nachfrage nach den zunächst 24 Studienplätzen an der ISNM, die im Herbst ihren Vorlesungsbetrieb aufnehmen wird. "Wir haben bis jetzt 160 Bewerber, davon rund die Hälfte aus dem Ausland", sagte er. Die ISNM bietet einen fächerübergreifenden, stark künstlerisch und kulturwissenschaftlich orientierten Masterstudiengang an. In Kiel läuft seit Oktober 2001 ein betriebswissenschaftlich orientierter Masterstudiengang "electronic management". (dpa) / (anw)