Hannover und Dresden wollen Verkehrsunfallforschung voranbringen
Wissenschaftler in Hannover und Dresden forschen an Verkehrsunfällen mit Personenschäden. Die Informationen sollen nun in eine gemeinsame Datenbank fließen.
(Bild: EpicStockMedia/Shutterstock.com)
Automobilhersteller und Gesetzgeber sollen weiter von Ergebnissen der Verkehrsunfallforschung profitieren. Wissenschaftler in Dresden und Hannover nehmen dazu gut 2000 Unfälle im Großraum beider Städte stellvertretend für die jährlich etwa 300.000 Unfälle mit Personenschäden in Deutschland genauer unter die Lupe. In Hannover hat dafür die Medizinische Hochschule den Hut auf, in Dresden die Technische Universität. Die Daten gelangen in eine Datenbank; es ist ein Gemeinschaftsprojekt der Bundesanstalt für Straßenwesen und der Forschungsvereinigung Automobiltechnik.
Rekonstruktion der Unfälle
Je nach Unfall kann ein Datensatz Tausende Informationen enthalten, im Schnitt sind es 3500. "Wir versuchen herauszufinden, welcher Unfallbeteiligte was und zu welchem Zeitpunkt gemacht hat und welche Wirkung das hatte", erklärte Henrik Liers, Leiter der Forschung in Dresden. Auch jede einzelne Verletzung werde auf ihre Ursache untersucht. An mehr als 50 verschiedenen Stellen messen die Forscher Deformationen am Auto. Auch Zeit, Ort, Witterung, die Verkehrsregelung am Unfallort oder mögliche Beeinträchtigungen der Betroffenen werden genau dokumentiert.
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Auch Zeugenaussagen fließen ein. Wenn alle Daten zusammengefasst sind, rekonstruieren Ingenieure den Unfall mit Simulationsmodellen am Rechner. "Für alle Neuerungen in der Fahrzeugtechnik in Bezug auf Sicherheit sind Unfalldaten die Basis", betonte Heiko Johannsen, Technischer Leiter der Verkehrsunfallforschung in Hannover. Auf diese Weise wurden immer mehr Sicherheitssysteme wie ABS oder ESP zum Standard. Ein aktuelles Beispiel ist das Dooring-System. Der Autofahrer wird gewarnt oder kann seine Tür nicht mehr öffnen, wenn sich ein Radfahrer von hinten nähert.
(olb)