Telecom-Verband kritisiert Gesetz gegen 0190-Abzocke

Der Bundesverband der regionalen und lokalen Telekommunikationsgesellschaften rügt den Kabinettsbeschluss zu 0190er-Nummern als überhastet und technisch nicht durchführbar.

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Der Bundesverband der regionalen und lokalen Telekommunikationsgesellschaften (BREKO) rügt den Kabinettsbeschluss zu 0190er-Nummern als überhastet und technisch nicht durchführbar. Die Verordnung sieht vor, dass neben dem Namen anderer Anbieter von Netzdienstleistungen, die der Kunde genutzt hat, künftig auch deren ladungsfähige Anschrift in der Telefonrechnung aufgeführt werden muss. BREKO-Geschäftsführer Rainer Lüddemann bezeichnet es als "Ding der Unmöglichkeit", in der Kette wiederholter Weitervermietungen den Letzten auszumachen. "Es ist nicht auszudenken, welcher organisatorische und finanzielle Aufwand durch diese unnütze Detektivarbeit entstünde."

Bislang steht der Kunde, dessen Geld ungehindert durch die Kette wandert, vor genau diesem Problem, wenn er etwa im Falle eines Betrugs gegen einen 0190-Betreiber vorgehen will. BREKO macht auf die Eigenverantwortlichkeit jedes Telefon- und Internet-Nutzers aufmerksam. In den meisten Fällen könne unliebsamen Überraschungen vorgebeugt werden, etwa indem man bei seiner Telefongesellschaft die 0190-Nummern sperren lasse.

Allerdings ist die Aufregung der BREKO unbegründet: Die in der Verordnung bezeichneten "Anbieter von Netzleistungen" sind nicht etwa die Betreiber der 0190-Nummern am Ende der Kette. Vielmehr handelt es sich um die Unternehmen, denen die Regulierungsbehörde die Nummernblöcke zugeteilt hat. Diese sind in einer Liste auf der Website der RegTP verzeichnet.

Die Deutsche Telekom begrüßt die geplante Verordnung als Schritt in die richtige Richtung. Allerdings äußerte Konzernsprecher Ulrich Lissek auch Bedenken wegen der vom BREKO kritisierten Regelung. Die geforderten ausführlichen Adressangaben würden den Umfang von Rechnungen, auf denen viele 0190-Verbindungen auftauchen, stark vergrößern, erklärte er gegenüber heise online. Die Telekom müsse dann erhöhte Portokosten befürchten. (ad)