Wissenschaftsrat unterstreicht Bedeutung des DFN-Vereins

Das gemeinsame Beratungsgremium des Bundes und der Länder hält die weitere Förderung des Deutschen Forschungsnetzes durch den Bund für unverzichtbar.

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  • Richard Sietmann

Als "unverzichtbar und alternativlos" bezeichnete der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Karl Max Einhäupl, heute vor der Presse den Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes (DFN-Verein) und würdigte ausdrücklich dessen bisherige Leistungen. Die in Berlin ansässige Organisation mit 53 Mitarbeitern -- 1984 als Selbsthilfe-Organisation der deutschen Hochschulen gegründet, um bei der Vernetzung der Hochschul-Rechenzentren als "Einkaufsgemeinschaft" gegenüber der damaligen Deutschen Bundespost günstigere Tarife aushandeln zu können -- zählt derzeit rund 370 Hochschulen und außeruniversitäre Forschungsinstitute zu ihren Mitgliedern. Sie stellt der Wissenschaft und Forschung das Gigabit-Hochgeschwindigkeitsnetz G-Win zur Verfügung, das mit Übertragungsraten von 2,5 GBit/s gegenwärtig zu den weltweit führenden Netzen der Internet2-Generation gehört. Genutzt werden die Netzzugangsdienste von mehr als 700 wissenschaftlichen Einrichtungen. Der DFN-Verein verfügt über einen jährlichen Gesamtetat von rund 62 Millionen Euro, der zum überwiegenden Teil aus Nutzerentgelten sowie aus Zuwendungen des Bundesforschungsministeriums (BMBF) stammt.

Der Wissenschaftsrat, das gemeinsame Beratungsgremium des Bundes und der Länder in Fragen der Forschungsplanung, hatte vom BMBF den Auftrag erhalten, Aufgaben und Funktion des DFN zu evaluieren. Den Anlass dazu gab unter anderem die zunehmende Kritik, dass sich im Zuge der Telekom-Deregulierung in den neunziger Jahren der Charakter als Selbsthilfe-Organisation überlebt habe und sich die einzelnen Forschungseinrichtungen billiger mit Netzdienstleistungen am Markt versorgen könnten.

In der heute vorgelegten Empfehlung zur Weiterförderung mahnt der Wissenschaftsrat vom DFN mehr Flexibilität angesichts der steigenden Vielfalt der Bedürfnisse namentlich der Hochschulen an. "Aber das entstehende Spannungsverhältnis zwischen Zentralisierung und Dezentralisierung bei Aufbau, Betrieb und Organisation von Datennetzen darf nicht zu Lasten eines funktionsfähigen nationalen Wissenschaftsnetzes und von überregional vorzuhaltenden Dienstleistungen gehen", heißt es in der Empfehlung.

"Als Infrastruktureinrichtung für die Datenkommunikation in der Wissenschaft besitzt der DFN weiterhin große Bedeutung und sollte seine Arbeit, wenn auch zum Teil modifiziert, weiter fortführen", erklärte Einhäupl. Nach den Vorstellungen des Wissenschaftsrats soll er sich aus dem Erbringen von Standard-Dienstleistungen zurückziehen und sich künftig wesentlich stärker als bisher auf strategische Aufgaben sowie die innovative Weiterentwicklung der Kommunikations-Infrastruktur für die Wissenschaft konzentrieren, und dazu auf nationaler und internationaler Ebene die Interessen seiner Mitglieder vertreten. Der vollständige Text der Stellungnahme soll in Kürze auf der Website des Wissenschaftsrats als pdf-Datei verfügbar sein. (Richard Sietmann) / (jk)