Streit um Wasserresistenz: Keine Kundentäuschung durch Apple
Seit dem iPhone 7 sind Apple-Handys stärker gegen Flüssigkeitseintrag gesichert. Wegen der Reklame dafür war der Konzern verklagt worden – und gewann nun.
iPhone 11 mit Wasserspritzern.
(Bild: Apple)
Apple hat laut Ansicht einer US-Bundesrichterin mit seiner Werbung für die Wasserresistenz beim iPhone potenzielle Kunden nicht in die Irre geführt. District Judge Denise Cote vom United States District Court for the Southern District of New York beschloss, eine mögliche Sammelklage, die Apple-Nutzer aus New York und South Carolina einreichen wollten, zunächst nicht zuzulassen.
Kläger liefern nicht genügend Beweise
Apple hatte seit dem iPhone 7 Verbesserungen bei seiner Hardware vorgenommen, die die Geräte gegen Flüssigkeitseintrag schützen sollen. Der Konzern behauptet mittlerweile, dass die Smartphones das Eintauchen in eine Tiefe von bis zu vier Metern bis zu 30 Minuten lang überstehen können. In anderen Weltregionen hatte sich Apple für solche Reklame bereits eine Strafzahlung eingefangen.
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Die Kläger meinen, dass Apple "falsche und irreführende" Angaben zur Wasserresistenz treffe, um für seine Geräte "doppelt so viel wie für durchschnittliche Smartphones" zu verlangen. Allerdings entschied Cote, dass es der Klagepartei nicht gelungen sei, zu demonstrieren, dass ihre Geräte über einen "Kontakt mit Flüssigkeiten" beschädigt wurden, denen sie laut Apple-Angaben eigentlich hätten widerstehen müssen. Zudem sieht sie keinen Betrugsversuch seitens Apple durch die Werbung. Es fehlte ihr an Beweisen, dass Apple in seinen Behauptungen "bewusst übertrieben" habe, um wirtschaftliche Gewinne einzufahren.
Italien: Millionenstrafe fĂĽr Apple
Richterin Cote fehlten weiterhin Beweise dafür, dass die Kläger ihr iPhone aufgrund betrügerischer Werbeaussagen gekauft hätten. Die Anwälte der Klagepartei zeigten sich enttäuscht über das Urteil. Es sei noch unklar, ob man nach der Klageabweisung in Berufung gehen werde. Ein Statement seitens Apple kam zunächst nicht. Der iPhone-Konzern gibt an, dass iPhone 12 und iPhone 13 in allen Varianten mittlerweile ein IP68-Rating haben – und damit sogar für eine halbe Stunde sechs Meter tief eingetaucht werden könnten. Weiterhin sind die Geräte laut Hersteller gegen Spritzwasser und Regen geschützt.
2020 war Apple eine Millionenstrafe in Italien aufgebrummt worden, weil die Angaben zur iPhone-Wasserresistenz "irreführend und aggressiv" gewesen seien. Die zuständigen Regulierer monierten, dass Apple die Smartphone-Modellreihen von iPhone 8 bis hin zu iPhone 11 mit dem Hinweis als wasserresistent bewarb, die Geräte sollen bis zu 30 Minuten in einer Tiefe von – je nach Modell – 1 bis 4 Metern überstehen. Dabei habe Apple etwas in Werbespots jedoch nicht klargestellt, dass es sich bei diesen Werten um Angaben zu Tests unter spezifischen Bedingungen handele.
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(bsc)