France Telecom sieht im Streit mit MobilCom keine Lösung

Der französische Telekommunikations-Konzern France Telecom geht als Großaktionär von MobilCom auf Kollisionskurs mit der deutschen Telefongesellschaft.

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  • JĂĽrgen Kuri

Der französische Telekommunikatins-Konzern France Telecom geht als Großaktionär von MobilCom auf Kollisionskurs mit der deutschen Telefongesellschaft. Es bestünden tief greifende Meinungsunterschiede. Bislang sei keine Lösung in Sicht, sagte Vorstandschef Michel Bon laut dpa währen der Vorstellung der Geschäftszahlen. "MobilCom ist ein sehr schwieriger Partner." MobilCom-Chef Gerhard Schmid, der ebenfalls gerade die Investoren nicht sehr überzeugende Geschäftszahlen vorlegen musste, beharrt jedoch auf seinen Ausbauplänen für das UMTS-Mobilfunknetz der nächsten Generation und fordert die Finanzierung durch France Telecom ein. Der französische Konzern hält dagegen ein Zusammengehen mit anderen Mobilfunkunternehmen in Deutschland für sinnvoll, da die Marktschwäche dies erfordere. France Telecom hält 28,5 Prozent an MobilCom. In diesem Stadium sehe France Telecom fast keinen anderen Ausweg, als im Streit mit MobilCom vor Gericht zu ziehen, verlautete aus dem Vorstand. Das könne dann aber mehrere Jahre dauern, was die Situation von MobilCom nicht erleichtere.

Schmid habe versucht, eine Verkaufsoption über 33 Prozent an MobilCom auszuüben, die France Telecom aber nicht akzeptiert habe, hieß es. Bestätigt wurde auch, dass mehrere der zu den großen Kreditgebern von MobilCom gehörenden Banken vorgeschlagen haben, Schmid dessen Beteiligung von 42 Prozent an seinem Unternehmen abzukaufen. Es sei aber bislang zu keiner Einigung gekommen. "Wir sind für alle Lösungen offen", sagte Bon. Auf Grund der Äußerungen des France-Telecom-Chefs und der nicht gerade berauschenden Geschäftszahlen von MobilCom ging die Aktie des Büdelsdorfer Unternehmens am Neuen Markt erst einmal in den freien Fall über: Nach Eröffnung des Handels ging der Kurs bereits um 8,28 Prozent zurück; bis 10 Uhr am Vormittag fiel die Aktie um über 11,3 Prozent auf 14,99 Euro. (jk)