Google Street View: Guck mal, wer da radelt

Der Suchmaschinenbetreiber Google hat umgesattelt: Für seinen Visualisierungsdienst Street View lässt das Unternehmen Mitarbeiter jetzt auf Fahrrädern strampeln, um 360-Grad-Aufnahmen auch von abgelegenen Kulturstätten machen zu können.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Mitarbeiter-Sport: Ăśber 100 Kilo wiegen die fĂĽr Street View genutzten Google-Trikes.

(Bild: Google)

Der Suchmaschinenbetreiber Google hat umgesattelt: Für seinen Visualisierungsdienst Street View setzt das Unternehmen in Großbritannien nicht nur Autos ein, sondern lässt Mitarbeiter zusätzlich auf Fahrrädern strampeln, um 360-Grad-Aufnahmen auch von abgelegenen Kulturstätten machen zu können. Insgesamt 18 mit Street-View-Kameratechnik ausgestattete Hightech-Dreiräder werden in den kommenden Wochen die Umgebung rund um sieben ausgewählte Sehenswürdigkeiten filmen.

Den Anfang macht das in der Jungsteinzeit begründete Bauwerk Stonehenge in der Grafschaft Wiltshire. Weitere Stationen sind das Millennium Stadium in Cardiff, die vom Bildhauer Antony Gormley geschaffenen Plastik "Angel of the North" bei Gateshead, der sagenumwobene Süßwassersee Loch Ness in Nord-Schottland, das botanische Eden Project in Cornwall, sowie die beiden Schlösser Warwick Castle (Grafschaft Warwickshire) und Bamburgh Castle (Northumberland).

Ausgewählt wurden die Sehenswürdigkeiten größtenteils von Teilnehmern einer Online-Befragung, die Google zuvor gemeinsam mit dem britischen Fremdenverkehrsamt (VisitBritain) durchgeführt hatte. Auf ungeteilte Freude stößt die neue Google-Aktion indes erneut nicht: "Abseits der Straße muss das Unternehmen noch mehr Rücksicht auf die Privatsphäre der Menschen nehmen", warnte Tom Brake, innenpolitischer Sprecher der Liberal-Demokraten im britischen Unterhaus.

Ob die ĂĽber hundert Kilo schweren Google-Trikes kĂĽnftig auch in Deutschland zu sehen sein werden, ist bislang nicht bekannt. Zuletzt einigte sich das Unternehmen hierzulande mit DatenschĂĽtzern ĂĽber den Umgang mit den erhobenen Rohdaten. So werden Bilder, die von Personen, GrundstĂĽcken oder Autos gemacht wurden, gegen die Betroffene aber Widerspruch eingelegt haben, schon vor dem Ăśberspielen auf Server in den USA unkenntlich gemacht. (pmz)