Mittwoch: Systemlücke in Android-Geräten, EU will Halbleitermarkt umkrempeln
Android-Sicherheitsupdates + Chip-Gesetz der EU + Spezialeffektler Douglas Trumbull tot + Europa mit oder ohne Facebook und Whatsapp + Kein Starlink für Tonga
(Bild: Anterovium/Shutterstock.com)
Google hat im Rahmen seines Android-Patchdays nicht nur etliche Sicherheitsupdates veröffentlicht, sondern auch über kritische Systemlücken informiert. Demnach könnten Angreifer höhere Benutzerrechte im Gerät erlangen. Während in den USA der für seine Film-Spezialeffekte bekannte Douglas Trumbull gestorben ist, wird in Europa zum einen über den hiesigen Halbleitermarkt und zum anderen über das von Meta angedrohte Aus von Facebook und Whatsapp in der EU diskutiert – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Damit Angreifer nicht die volle Kontrolle über Android-Geräte erlangen, hat Google am Patchday im Februar jede Menge Sicherheitsupdates veröffentlicht. Wer ein im Support befindliches Smartphone oder Tablet besitzt, sollte das Patch-Level auf Aktualität prüfen. Neben Google selbst liefern auch andere Hersteller wie LG und Samsung monatlich Android-Updates. Leider bekommen längst nicht alle Geräte die Patches oder nur verzögert. Wie das im Detail funktioniert, ist bislang nicht bekannt, aber eine kritische Systemlücke lässt Angreifer Android-Geräte übernehmen.
Der Name Douglas Trumbull dürfte eingefleischten Filmfans geläufig sein: Der Mann hat mit seiner Arbeit Millionen zumindest visuell beeindruckt. Der für sein Lebenswerk mit dem Oscar ausgezeichnete US-amerikanische Spezialist für filmische Spezialeffekte, Regisseur und Erfinder prägte die visuellen Eindrücke von Filmen wie "2001: Odyssee im Weltraum", "Unheimliche Begegnung der dritten Art" und "Blade Runner". Jetzt ist Douglas Trumbull, Spezialist für Spezialeffekte in Filmklassikern, tot.
Die EU-Kommission stellt ein neues Chip-Gesetz vor, das die Rahmenbedingungen für den europäischen Halbleitermarkt transformieren soll. Der Gesetzentwurf ist weniger wegen seines Investitionsrahmens von 43 Milliarden Euro bis 2030 interessant, sondern vielmehr wegen der neuen Spielregeln innerhalb der EU, um den europäischen Anteil der globalen Halbleiterfertigung bis 2030 von 10 auf 20 Prozent zu verdoppeln. Weniger Bürokratie, neue Halbleiterwerke und ein Krisenmanagement auf EU-Ebene: Der European Chips Act verdeutlicht, wie die EU den Halbleitermarkt umkrempeln will.
Ein anderes heißes Thema in Europa ist der von Meta angedeutete Rückzug Facebooks und Instagrams, womöglich gar Whatsapps vom alten Kontinent. Das erregt natürlich viele Gemüter, aber ist nicht neu. Facebook hatte schon im September 2020 damit gedroht, sich aus Europa zurückzuziehen. Der Europäische Gerichtshof hatte nämlich das Privacy-Shield-Abkommen für ungültig erklärt. Nun drängt Meta auf eine EU-Entscheidung, ob es sich bei dem Datentransfer mit den USA auf die von der EU-Kommission dafür definierten Standardvertragsklauseln berufen kann. Unser Kommentar dazu: Facebook und Whatsapp raus aus Europa – warum nicht?
SpaceX-Chef Elon Musk will helfen, den pazifischen Inselstaat Tonga nach dem enormen Vulkanausbruch mittels Starlink-Satelliten wieder besser ans Internet anzuschließen. Die notwendige Bodenstation soll in Fidschi entstehen. Doch so einfach ist das alles nicht, wie heise online im Gespräch mit einem Spezialisten in Neuseeland herausgearbeitet hat: Starlink kommt wahrscheinlich zu spät und leistet für Tongas Internet zu wenig.
Auch noch wichtig:
- 131 Terawattstunden Strom gehen pro Jahr für das Bitcoin-Mining drauf. Wie es sich im Vergleich zu anderen Industrien verhält, zeigt unsere Statistik der Woche: Bitcoin-Mining verbraucht mehr Energie als die Ukraine.
- Einer der ersten Geldgeber von Facebook verlässt den Konzern. Peter Thiel verlässt den Meta-Verwaltungsrat, um Trump zu unterstützen.
- Die CDU stelle den Ausstieg aus der jetzigen Atomkraft nicht infrage, sagte Friedrich Merz. Nach Ansicht des CDU-Chefs sollten wir vorurteilsfrei über neue Kernenergie nachdenken, denn es gebe neue Technologien.
- Die Pipeline war von jeher umstritten, aber geht es nach US-Präsident Biden wäre eine russische Ukraine-Invasion das Aus für Nord Stream 2.
(fds)