US-Behörden sollen "heikle" Daten aus dem Internet entfernen
Die US-Regierung hat nach Medienberichten alle Ministerien und Behörden angewiesen, ihre Webseiten zu überprüfen und gegebenenfalls Inhalte zu löschen, die Terroristen nützlich sein könnten.
Die US-Regierung hat nach Medienberichten alle
Ministerien und Behörden angewiesen, ihre Webseiten zu überprüfen und gegebenenfalls Inhalte zu löschen, die Terroristen nützlich sein könnten. Darunter fallen Informationen zu Massenvernichtungswaffen
und andere Inhalte, die zwar nicht geheim sind, aber als "heikel" angesehen werden, berichtete die Washington Times am Donnerstag.
Demnach wies das Weiße Haus die Behörden an, die Ergebnisse
einer umgehenden Überprüfung innerhalb der kommenden drei Monate an die Heimatschutzbehörde weiterzugeben.
Bereits Anfang Oktober des vergangenen Jahres hatten Betreiber privater und offizieller Stellen eine ähnliche Aktion gestartet: Die Federation of American Scientist (FAS ) hatte beispielsweise Diagramme und Fotos von kerntechnischen Anlagen, aber auch von militärischen oder von Geheimdiensten betriebenen Anlagen vom Netz genommen. Die FAS, 1945 von ehemaligen Mitgliedern des Manhattan Project gegründet, informiert auf ihrer Website unter anderem über die Gefahren der atomaren Rüstung, aber auch über geheimdienstliche Tätigkeiten in den USA und weltweit. Auch die US-Umweltagentur EPA hat Informationen über chemische Fabriken und deren Notfallpläne von ihrer Website genommen.
Die erneute Verschärfung des Regierungskurses wird von Wissenschaftlern und US-Bürgerrechtsgruppen kritisiert, da die Regierung mit diesem Schritt Tausende von Dokumenten zurückziehen könnte, die jahrelang frei zugänglich waren. Die Organisation OMB Watch, die sich mit der Zugänglichkeit von Behördendokumenten nach dem 11. September beschäftigt, hat über 6000 Dokumente gezählt, die mittlerweile aus dem Internet gelöscht worden sind.