Flash-Speicher feiert Jubiläum: Die Grundlage nicht nur für flotte SSDs wird 35

35 Jahre ist es her, dass Toshiba einen Speicher erfand, der die IT-Welt verändern sollte. Seitdem hat NAND-Flash eine rasante Entwicklung durchlebt.

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(Bild: c't)

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Eine rasante Entwicklung begann mit der Erfindung des Flash-Speichers vor 35 Jahren, und sie begann zudem mit einer netten Geschichte: Einer Anekdote zufolge soll der Name Flash vom Toshiba-Entwickler Shoji Ariizumi stammen, den die Arbeitsweise des Speichers an den Blitz einer Fotokamera erinnert hat. Belegen lässt sich das nicht, aber die Marketing-Abteilung von Toshiba hätte kaum einen besseren Namen finden können. Denn auch wenn Flash-Speicher 1987 noch wesentlich langsamer war als heute, war er doch deutlich schneller als die damaligen Festplatten.

Toshiba heißt heute Kioxia, zumindest der Teil, der sich mit der Entwicklung und der Produktion von Flash-Speicher befasst – das Unternehmen wurde vor ein paar Jahren aufgespalten. Zum 35-jährigen Jubiläum hat Kioxia nun eine Website aufgesetzt, die einige Meilensteine der Entwicklung aufzählt. Los geht dieser in den Jahren 1991 und 1992 mit der Fertigung des ersten 4 MByte großen EEPROMs und eines 16 MByte großen Bausteins, der als PCMCIA-Karte Notebooks zu einem größeren Speicher verhalf.

Bereits 1999 suchte (und fand) Kioxia dann einen Partner, um eine große Fabrik zur Fertigung von Flash-Speicher zu bauen. Die enormen Kosten konnte das Unternehmen wohl nicht allein stemmen. Die Kooperation mit SanDisk gibt es heute im Prinzip immer noch, auch wenn SanDisk mittlerweile zu Western Digital gehört. Zusammen mit SanDisk und Matsushita führte Kioxia ebenfalls 1999 den Kartenstandard SD etwa für Kameras ein, der heute immer noch aktuell ist – wenn auch in einer deutlich schnelleren Version.

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Schneller und gleichzeitig billiger, so lässt sich die Entwicklung der nächsten Jahre einfach zusammenfassen. Eine NAND-Zelle speichert heute drei oder vier Bit, Versionen mit fünf Bit Speicherfähigkeit sind in der Entwicklung. Zudem liegen die Zellen heute in vielen Lagen übereinander, was vor allem die Preise dramatisch sinken lässt.

Flash-Speicher steckt inzwischen in praktisch allen etwas komplexeren elektrischen Geräten, von Desktop-PCs und Notebooks über Autos und Smartphones bis hin zu Waschmaschinen. Eine SSD mit 1 TByte Speicherkapazität kostet deutlich unter 100 Euro, USB-Sticks mit der gleichen Kapazität knapp darüber. Auch Smartphones gibt es mit dieser schier unendlichen Kapazität, hier verlangen die Hersteller jedoch einen ordentlichen Aufpreis gegenüber Modellen mit kleinerem Speicher.

Kioxia ist nicht der einzige Hersteller von Flash-Speicher, doch viele gibt es nicht. Samsung ist heute Marktführer, dazu kommen noch SK Hynix, Micron und natürlich Kioxias Kooperationspartner Western Digital. Intel hat sich gerade von seiner Flash-Fertigung getrennt, diese läuft nun unter dem Namen Solidigm. Dazu gesellt sich seit ein paar Jahren YMTC, ein chinesisches Unternehmen, das auf dem Weltmarkt jedoch bislang keine große Bedeutung hat und zudem aktuell mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten kämpft.

Warum Kioxia den gestrigen Donnerstag zum Flash-Geburtstag erklärt hat, ist unklar. Erstmals in der Öffentlichkeit erwähnt wurde der Flash-Speicher nach unserer Kenntnis auf dem International Electron Devices Meeting 1987 – das fand vom 6. bis zum 9. Dezember statt. Aber vielleicht hatte ja Shoji Ariizumi am 10. Februar seine wegweisende Eingebung für den Namen.

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