Kopierschutzforderungen der Filmindustrie stoßen auf Widerstand

Erst kürzlich hat die US-Filmindustrie ihre Vorstellungen zum zukünftigen Kopierschutz beim digitalen Fernsehen vorgelegt. Hersteller und Verbraucherschützer sehen Probleme.

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Kaum liegen die Vorschläge der Motion Picture Association of America (MPAA) auf dem Tisch, regt sich auch der erste Widerstand. Das Papier der Arbeitsgruppe "Broadcast Protection Discussion Group" (BPDG), schlägt vor, digital ausgestrahlte Fernsehsendungen künftig mit einem Wasserzeichen zu versehen. Nun sollen die Vorschläge der Federal Communications Commission (FCC) vorgelegt werden, um Gerätehersteller eventuell auf rechtlichem Wege zum Einbau der notwendigen Kopierschutzmechanismen zu verpflichten: "Um den Konsumenten daran zu hindern, Inhalte außerhalb seines Heimes weiter zu vertreiben, denken wir, dass eine rechtliche Regelung notwendig ist", meint Andrew Setos, Mitglied der BPDG.

Neben der FCC soll der Vorschlag daher auch dem US-Kongress nahe gebracht werden. Bereits im März hatte der "Consumer Broadband and Digital Television Promotion Act" (CBDTPA), ein weitreichender Gesetzesvorschlag des hochaltrigen US-Senators Fritz Hollings, eine Zeit lang für einiges Aufsehen gesorgt.

Indes sehen die Hersteller von Unterhaltungselektronik im BPDG-Papier einen potenziellen Bremsklotz für den anhaltenden DVD-Boom: Würden die Vorschläge umgesetzt, könnten mit DVD-Recordern aufgenommene Inhalte aus dem Digital-TV nicht auf normalen DVD-Playern abgespielt werden. Verbraucherverbände wie DigitalCosumer kritisieren das generelle Vorgehen der BPDG: "Digitale TV-Standards sind eine öffentliche Angelegenheit, der Äther ist Gemeineigentum", meint Joe Kraus, Chef der Organisation. Grundsätzliche Fragen, die den Konsumenten in Zukunft betreffen, sollten demnach nicht hinter verschlossenen Türen verhandelt werden. (sha)