Choosy: Beliebigen Browser je nach URL öffnen

Eine kleine Mac-App schickt Links aus Apps an eine vorher definierte Anwendung. Das dient dem Datenschutz – und der Produktivität.

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Mac-Nutzer haben in Sachen Browser die Qual der Wahl: Soll es Apples mitgelieferter Safari sein, Googles beliebter – wenn auch leistungshungriger – Chrome, die Open-Source-Alternative Firefox oder etwa Spezialisten wie der Tab-Organisator Vivaldi oder der Privacy-betonte Brave? Sind all die Netzwerkzeuge einmal auf dem Mac, stellt sich die Frage, wie man die Web-Surfbretter am besten ansteuert. Standardmäßig kann man in den Systemeinstellungen nämlich nur einen Browser auswählen, auf dem man dann automatisch landet, wenn man einen Link in Apple Mail oder der Nachrichten-App klickt. Abhilfe schafft ein kleines Tool namens Choosy.

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Die 10 US-Dollar teure App dient als Browser-Weiche. Sie erkennt automatisch, welche Web-Programme auf dem System installiert sind, schaltet sich als Default-Browser im System dazwischen und erlaubt dann eine Auswahl pro Link, den man anklickt. Alternativ kann man den Vorgang auch automatisieren, etwa standardmäßig alle Links an den Lieblings-Browser schicken und nur bestimmte an ein alternatives Werkzeug.

(Bild: Entwickler)

Dies kann dem Datenschutz dienen: So versuchen Konzerne wie Google oder Facebook, aber auch diverse andere Anbieter von Websites, Nutzer über Seiten hinweg zu verfolgen. Zwar kann man die dabei am liebsten verwendeten Third-Party-Cookies deaktivieren (Browser wie Safari tun das per default), doch gehen immer mehr Werbefirmen zum sogenannten Fingerprinting über, bei dem die Parameter des verwendeten Browsers als Fingerabdruck dienen. Wechselt man diesen, lässt sich die Verfolgung zumindest temporär unterbinden.

(Bild: Entwickler)

Wer möchte, kann mit Choosy so alle Links zu Facebook und seinen Töchtern wie Instagram an einen eigenen Browser schicken, die YouTube-Videositzungen wiederum an einen anderen. Choosy bietet dazu eine einfache Möglichkeit, smarte Weiterleitungen zu definieren – etwa nach Website oder Textinhalt einer URL. Ebenfalls nützlich ist die Möglichkeit, mittels Browser-Plug-in eine gerade geöffnete Website an einen anderen Browser zu schicken, um dort dann mit dieser weiterzuarbeiten.

Choosy hat eine API und erlaubt auch die Einbindung eigener Skripts und Programme, zudem ist die App via Terminal ansprechbar. Wem die 10 Dollar Registrierungsgebühr (nach einer kostenlosen Testphase) zu viel sind, kann auch zu freien Alternativen greifen, die etwas weniger bequem sind – darunter etwa Browsersaurus oder Finicky.

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(bsc)