Nutzer: Instagram verschlechtert Anti-Sucht-Funktion
User der Insta-App auf dem iPhone berichten, dass sie sich seltener warnen lassen können, die Anwendungsnutzung auszusetzen.
Mensch bei der Nutzung von Instagram.
(Bild: Kicking Studio/Shutterstock.com)
Die Instagram-Mutter Meta scheint ihre sogenannte Time-well-spent-Politik, die der digitalen Wellness der Nutzerschaft dienen soll, zu überdenken. Wie amerikanischen Verwendern der iOS-App des Foto- und Video-Sharing-Dienstes aufgefallen ist, lässt sich die eingebaute Zeitbegrenzung künftig weniger gut verwenden. Die zuvor vorhandene Möglichkeit, eine potenzielle Insta-Sucht auf 15 oder gar 10 Minuten pro Tag zu reduzieren, wurde demnach in der Nutzerschnittstelle gestrichen.
Warnung erst nach einer halben Stunde
Die App hatte das Feature im Rahmen von Versuchen auch bei Facebook eingeführt, Usern ein möglichst sicheres Nutzungserlebnis zu garantieren. Dies hatte auch Meta-Konzernchef Mark Zuckerberg so betont. Man wolle "sinnvolle soziale Interaktionen" ermöglichen. Seither kann man sich automatisch warnen lassen, wenn man Instagram über eine bestimmte Minutenzahl hinaus verwendet – ganz abschalten oder gar sperren tut sich die App allerdings nicht.
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Künftig kommt die Warnung jedoch erst nach minimal 30 Minuten pro Tag. Alternativ kann man sich auch nach 45 Minuten, einer Stunde, zwei Stunden oder gar drei Stunden informieren lassen, Insta doch bitte beiseite zu legen. Wie häufig die Funktion bislang überhaupt verwendet wurde, ist unklar – sie war schon zuvor recht gut im Interface versteckt.
Nicht alle Nutzer betroffen
Das IT-Blog TechCrunch, das die Änderung als erstes bemerkt hatte, schreibt allerdings, dass die Änderung je nach Land unterschiedlich ausfällt – teilweise sogar je nach Nutzer. Instagram scheint die Anpassung vom Server nachzuladen. Die Facebook-App, wo es eine ähnliche Funktion gibt, soll Warnungen in kürzeren Abständen nach wie vor erlauben.
Laut Angaben von Meta gegenüber TechCrunch wurde die Änderung eingeführt, um mit "neueren Zeitmanagementfunktionen", bei denen Nutzer angehalten werden sollen, eine Auszeit zu nehmen ("Take a Break"), nicht zu überlappen und die Anzahl von Benachrichtigungen zu reduzieren. Zynischere Zeitgenossen sehen darin allerdings einen Versuch, die Nutzungszeit bei den Dienstes des Unternehmens (weiter) zu erhöhen. Zuletzt war Meta mit eher schlechten Zahlen aufgefallen, was den Unternehmenswert zwischenzeitlich deutlich negativ tangiert hatte.
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(bsc)