App Store: VPN-Anwendungen in Russland auf den Topplätzen

Die Furcht vor einer weiteren Zensur des Internet sorgt in der Russischen Föderation dafür, dass Nutzer in Sachen Verschlüsselung aufrüsten. Noch geht das.

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(Bild: Lightspring/Shutterstock.com)

Lesezeit: 2 Min.

Seit Beginn der Ukraine-Invasion am 24. Februar hat Russland seine Internet-Zensurmaßnahmen deutlich ausgeweitet – manche Beobachter fürchten gar, dass sich die Föderation ganz vom internationalen Internet abkoppeln könnte. Die Nutzer reagieren entsprechend und laden VPN-Programme herunter wie noch nie: Laut Angaben des Analysedienstes AppFigures hat sich deren Beliebtheit in Apples App Store signifikant erhöht.

Aktuell liegen laut der Charts des iPhone-Softwareladens drei VPN-Programme bei den kostenlosen Apps auf den Rängen 1 bis 3 – "VPN Proxy Master", "VPN Super" und "VPN super unlimited proxy". Auf Platz 4 folgt das Werkzeug 1.1.1.1 von Cloudflare, das eigentlich dazu dient, DNS-Abfragen zu beschleunigen, sich aber auch zur Umgehung von DNS-Blockaden verwenden lässt. Danach folgt der russische Messenger Telegram – der allerdings auch zur Verbreitung von Propaganda eingesetzt wird –, das Anti-Zensur-Programm Psiphon und ProtonVPN aus der Schweiz. Auf Rang 9 und 10 finden sich ebenfalls kostenlose VPN-Programme.

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Laut AppFigures wuchs die Zahl der Downloads von VPN-Programmen seit Beginn des Ukraine-Krieges um 1200 Prozent – das gelte auch für den Google Play Store. Zuvor hätten solche Programme nur rund 10.000 Downloads pro Tag verzeichnet, nun seien es zwischen 500.000 und einer Million. Allein 1.1.1.1 von Cloudflare soll bis zum Wochenende 1,3 Millionen Mal heruntergeladen worden sein.

Unterdessen verzeichnet das soziale Netzwerk Facebook in Russland ebenfalls erhöhte Downloadzahlen – wohl auch aus dem Wunsch heraus, an freiere Informationen zu gelangen. Russland blockiert den Zugriff auf Facebook und Twitter seit einigen Tagen zeitweise. Seit Beginn des Krieges sollen sich laut AppFigures die Downloads des Clients bei App Store und Play Store verdoppelt haben.

Apple hatte in der vergangenen Woche den direkten Verkauf von Hardware über seinen Online-Laden sowie die Belieferung russischer Reseller mit Produkten eingestellt. Die Abschaltung des App Store, wie sie ukrainische Politiker gefordert hatten, hat der Konzern allerdings bislang nicht umgesetzt – dafür funktioniert Apple Pay in vielen Fällen nicht mehr.

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(bsc)